Neues Volksblatt: "Baustelle Schule" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 18. August 2012

Linz (OTS) - Im Schulbereich gebe es viele Baustellen, allerdings würden die Verantwortlichen gar nicht wissen, woran sie eigentlich bauen. Derart drastisch bringt ein Insider - nämlich ein Lehrender an einer Pädagogischen Hochschule - auf den Punkt, was sich in der Ressortverantwortung von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied abspielt. Lehrergewerkschafter Paul Kimberger jedenfalls versteht potenzielle Lehramtskandidaten, die sich aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen den Eintritt in diesen Beruf mehr als einmal überlegen. Dabei gehe es um "Zukunft unserer Kinder", für deren Bildung man die besten köpfe brauche.
Charakteristisch für die Baustellen-Metapher sind die Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht. Mussten sich die Gewerkschafter von Ministerin Schmied mehrfach mangelndes Tempo vorwerfen lassen, so steigt nun die zweite Hauptdarstellerin, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), auf die Bremse. "Bis zum Spätfrühling" können man sich für die Verhandlungen Zeit nehmen, ließ sie gestern wissen. Zieht man in Betracht, dass Schmied seit 2008 Zeit gehabt hätte, einen Entwurf auf den Tisch zu legen - den es aus Sicht der Gewerkschafter jetzt noch nicht gibt -, mutet diese Ansage seltsam an. Zeitgewinn ist das Letzte, was die Baustelle Schule brauchen kann.

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