Twin City Liner: Strandung durch Software-Fehler

Schaden behoben - Leichtverletzte nur ambulant behandelt - Schiff wieder im Einsatz

Wien (OTS) - Nach der gestrigen Strandung des Twin City Liners
wurde bereits in der Nacht die Unfallursache geklärt. Gute Nachrichten gibt es auch von den beiden leichtverletzten Personen. Sie mussten im Spital lediglich ambulant behandelt werden und konnten danach das Krankenhaus verlassen.

Das Schiff, das bei dem Ausritt völlig unbeschädigt geblieben ist und aus eigener Kraft zur Schiffstation am Schwedenplatz zurückkehren konnte, wurde noch in den Nachtstunden von der Schiffsbautechnischen Versuchsanstalt durchgecheckt. Die entsprechenden Gutachten liegen vor. Das Schiff ist für den Einsatz bereits wieder freigegeben.

Die erste Vermutung für die Unfallursache hat sich bestätigt. Grund für den Vorfall war ein Softwarefehler, der zum Abschalten der beiden Turbinen geführt hat. Im Normalfall würde auf einer geraden Strecke das Schiff problemlos auf den Wellen dahingleiten und langsam stoppen. Nachdem sich das Schiff allerdings in der Kurve des Donaukanals befunden hat, ist es am Ufer ruckartig gestrandet - mit ähnlichen Auswirkungen, wie sie bei einer Notbremsung in einem Bus oder der Straßenbahn auftreten.

Der Twin City Liner ist seit dem Jahr 2006 auf der Donau unterwegs. Ein solcher Softwarefehler ist zum ersten Mal in diesen sieben Jahren aufgetreten. Die Computer-Software wurde nun komplett neu eingespielt und das Schiff in der Nacht nochmals auf Herz und Nieren geprüft. Ab sofort ist es wieder im Einsatz und pendelt bereits wieder zwischen Wien und Bratislava. Als zusätzlich Maßnahme zur erhöhten Aufmerksamkeit und Sicherheit werden die Passagiere angewiesen, ab sofort im Abschnitt Donaukanal auf ihren Sitzplätzen zu bleiben. Das Bordpersonal ist angewiesen, dafür zu sorgen, dass diese Anweisung von den Passagieren auch befolgt wird. Die Anweisung dient als Prävention, um in Fällen wie diesen, die Auswirkungen auf die Passagiere noch geringer zu halten. Auch das verordnete Tempo 30 bleibt in diesem kurvigen Abschnitt aufrecht.

Kevlar-Schicht am Rumpf hat sich bewährt

Der glimpfliche Verlauf der Strandung ist auch auf die in Sachen Sicherheit besondere Bauweise des Schiffs zurückzuführen. So besteht die gesamte Rumpfkonstruktion aus 29 Tonnen Aluminium pro Schiff. Auf den Rümpfen beider Schiffe ist seit 2009 eine ganz spezielle vier Millimeter starke Kevlar-Schicht aufgetragen. Kevlar ist ein besonders leichter, zäher und elastischer Kunststoff, der sich durch besondere Widerstandfähigkeit auszeichnet.

Dieses Material wird zum Beispiel auch bei kugelsicheren Westen, im Flugzeugbau, als Raketentriebwerksverkleidung oder in Form von Tauen zum Verankern von Bohrinseln verwendet. Auch die Monococks der Formel 1-Boliden sind aus diesem Material gefertigt.

Beim Twin City Liner schützt die Kevlar-Schicht den Rumpf der Schiffe zum Beispiel vor Treibgut, das in der Donau schwimmt und mindert im Fall des Falles - wie am Donnerstag Abend - den Aufprall.

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