Olympia-Pleite 2012: LH Dörfler fordert drastische Strukturreformen

Verpflichtende Ganztagsschule mit täglich einer Sportstunde, Schaffung einer einheitlichen Sportstruktur und Spezialisierung auf bestimmte Disziplinen unumgänglich

Klagenfurt (OTS/LPD) - Anlässlich der für Österreich mehr als traurigen Olympia-Medaillen-Negativbilanz fordert Kärntens Landeshauptmann und Sportreferent Gerhard Dörfler ehest möglich den "Reset-Knopf" in Sachen Sportförderung zu drücken. "Wenn Neuseeland mit 4,3 Millionen Einwohnern 13 Medaillen erzielt, Kroatien mit 4,5 Millionen Einwohnern sechs Medaillen aus London mit Nachhause bringt und sich Österreichs Nachbar Slowenien mit zwei Millionen Einwohnern über vier Medaillen freuen kann, zeigt allein schon dieser Vergleich, dass sich die österreichischen Sportstrukturen vollkommen fehlentwickelt haben", so der Landeshauptmann , der dringende und umfassende Strukturreformen fordert.

"Erstens ist die Einführung der verpflichtenden Ganztagsschule mit täglich einer Sportstunde unumgänglich. Nur so kann es langfristig gelingen, bei Österreichs Kindern und Jugendlichen eine Mindestvoraussetzung für Interesse am Sport zu schaffen. Wer Kinder schon in diesem Alter für Gesundheit und Bewegung begeistert, schafft das Grundfundament für sportliche Leistungen", führt Dörfler aus.

Zudem müssen auf Verbandsseite das ÖOC und die BSO zusammen geführt und die längst überholten Sportdachverbände in einem "Haus" vereint werden. "Dass sich Österreich gleich drei Dachverbände leistet, die am Hängelband zweier Regierungsparteien hängen und quasi als Parteivorfeldorganisationen statt als Sportorganisationen zu verstehen sind, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Es muss gelingen, aus drei Dachverbänden eine gemeinsame österreichische Sportstruktur zu schaffen, in der Parteien nichts mehr zu sagen haben", stellt Dörfler klar.

Weiters sei es nicht mehr tragbar, dass aus 1.000 Fördereuro 850 Euro in die Sport- und Funktionsbürokratie fließen und lediglich 150 Euro beim Sportler ankommen. "Diese überfrachteten Strukturen, die sich dieses kleine erfolglose Österreich leistet, sind mehr als überholt", so Dörfler, der die Konzentration Österreichs auf bestimmte Disziplinen vorschlägt. "Österreich muss sich auf bestimmte Disziplinen spezialisieren. Dass es nicht möglich ist, eine Vielzahl an Disziplinen abzudecken, hat uns das Olympia-Desaster 2012 gezeigt. Unsere Sportstrukturen müssen zukünftig so ausgerichtet sein, dass wir uns auf einige Disziplinen konzentrieren, wie es bereits Neuseeland oder Schweden erfolgreich vorleben, in denen wir dann auch wieder international bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen um Medaillen mitkämpfen können", schlägt Dörfler vor.

"Wer die Olympia-Pleite für Ausreden statt Reformen verwendet, wird damit leben müssen, dass Medaillen für Österreich bei Sommerspielen wohl kaum mehr erreichbar sein werden. Also sind ein drastisches Durchgreifen und Neustrukturieren dringend notwendig. Dabei hat Sportminister Darabos meine vollste Unterstützung", stellt der Landeshauptmann unmissverständlich klar.
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