Neues Volksblatt: "Vor der eigenen Tür" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 10. August 2012

Linz (OTS) - Es gebe "keine Alternative" als alles aufzuklären
"und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, so bitter das für unsere Gesinnungsgemeinschaft sein mag", sagte LH Josef Pühringer gestern in einem Radio-Interview zu den Fällen Strasser und Martinz. Während der frühere Innenminister nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn umgehend aus der Partei verwiesen wurde, hatte der Kärntner ÖVP-Chef länger gebraucht, um selbst die Konsequenzen zu ziehen. Aber beide sind nicht mehr in einer Gesinnungsgemeinschaft, deren Vorsitzender keine Zweifel aufkommen lässt, welche Ansprüche er in Sachen Moral an seine Funktionäre stellt. Halten sich alle an das, was Bundesparteichef Spindelegger an Wertmaßstäben vorgibt, erübrigt sich ein Durchgriffsrecht ohnehin. Aber: Man will klar machen, dass die Notbremse gezogen werden kann, wenn der Zug aufs falsche Gleis gerät. Umso weniger muss es sich die ÖVP umhängen lassen, dass in der politischen Landschaft nur sie es sei, die Probleme hat. Was ist das für eine politische Moral, wenn etwa FPÖ und BZÖ mit Susanne Winter und Peter Westenthaler rechtskräftig verurteilte Mandatare in ihren Reihen sitzen haben. Und wirklich angenehm kann der SPÖ die Debatte um die Faymann-Inseratenaffäre auch nicht sein.
Jeder hat vor seiner eigenen Tür zu kehren.

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