Religionssoziologe Casanova für zivilen kirchlichen Ungehorsam

Dankesrede des renommierten spanisch-amerikanischen Religionssoziologen nach Verleihung des "Theologischen Preises" der "Salzburger Hochschulwochen"

Salzburg, 09.08.12 (KAP) Zum zivilen kirchlichen Ungehorsam angesichts eines Auseinanderdriftens von kirchlicher und säkularer Moral hat der renommierte spanisch-amerikanische Religionssoziologe Jose Casanova bei einem Vortrag am Mittwochabend in Salzburg aufgerufen. "Wie moderne demokratische Gesellschaften sich das Prinzip des zivilen Ungehorsams zueigen machen müssen, so muss sich auch die katholische Kirche in einer modernen Welt das Prinzip 'faithful dissent' in ihren Reihen aneignen und sich dem internen Pluralismus öffnen." Der Vortrag fand im Rahmen der "Salzburger Hochschulwochen" statt und war zugleich die Dankesrede Casanovas auf die Verleihung des "Theologischen Preises" der Hochschulwochen. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung war ihm zuvor von Erzbischof Alois Kothgasser überreicht worden.

Ein ziviler kirchlicher Ungehorsam ist laut Casanova, der selbst in den 1970er Jahren in Innsbruck Theologie studiert hat, die angemessene Form, theologische Verantwortung in einer Situation eines Auseinanderdriftens von gesellschaftlicher und kirchlicher Moral zu übernehmen. Aus soziologischer Sicht stellen sich für ihn insbesondere die Bereiche der Geschlechtergerechtigkeit und der Sexualmoral als kirchliche Baustellen für die Zukunft dar. Wolle die Kirche einem weiteren Auseinanderklaffen der von ihr propagierten Moral und der säkularisierten gesellschaftlichen Moralvorstellungen entgegentreten, so seien diese Bereiche besonders zu beachten, so Casanova.

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