Hungerkatastrophe in Afrika: Caritas warnt vor Kindersterben

Katastrophenexpertin Ebner im "Kathpress"-Gespräch: Ohne zusätzliche finanzielle Hilfe werden unzählige Menschen in Sahelzone die kommenden Monate nicht überleben

Wien, 09.08.12 (KAP) Ohne verstärkte Hilfe werden in den kommenden zwei bis drei Monaten unzählige Kinder in der afrikanischen Sahelzone an Hunger sterben. Davor hat die Caritas-Katastrophenexpertin Sarah Ebner im "Kathpress"-Gespräch gewarnt. Insgesamt sind 18 Millionen Menschen in der dürregeplagten Sahelzone vom Hungertod bedroht. Allein in Niger seien es sechs Millionen, so Ebner. In manchen Regionen erreichten die Hilfsmaßnahmen gerade einmal die Hälfte aller unterernährten Kinder. Ebner koordiniert vor Ort in Niger mit lokalen Partnern die Nothilfe und plant neue Initiativen.

Die Caritas unterstützt z. B. in Niger eine Reihe von Ernährungszentren für Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere und stillende Mütter. Zusätzlich werden in den Zentren und Dörfern Lebensmittel verteilt. Auf dem Markt könnten sich die Menschen die wenigen noch vorhandenen Lebensmittel nicht mehr leisten. So sei z. B. im Niger Hirse seit Jahresbeginn um das zwei- bis dreifache gestiegen, so Ebner.

Zu den schlimmsten Momenten ihrer Aufgaben gehöre es, "wenn du in einen Raum kommst und dich die Kinder mit stummen Augen ansehen. Je länger Kinder unterernährt sind, desto weniger schreien sie." Diese "betäubende Stille" sei unerträglich, "damit dürfen wir uns nicht abfinden", appellierte Ebner gegenüber "Kathpress".

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