Neues Volksblatt: "Charakterfrage" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. August 2012

Linz (OTS) - "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?", soll der deutsche Kanzler Konrad Adenauer gesagt haben. Umgelegt auf die österreichische Innenpolitik könnte man den Satz in Bezug auf das blaue und orange Lager auch umformulieren: "Was kümmert mich mein politisches Verhalten von gestern?"
So wie Ex-Blaue und nunmehr Orange vom Schlag eines Josef Bucher oder Stefan Petzner mit Parteifreunden wie Peter Westenthaler oder Gerald Grosz uns einreden wollen, dass nur sie Träger einer politisch weißen Weste sein können, so will uns auch FPÖ-Chef Karl-Heinz Strache weis machen, er hätte mit der Haider-FPÖ bis zum Jahr 2005 nur entfernt zu tun gehabt. Wiener Landeswahlleiter im Nationalratswahlkampf 1999 -vergessen; Wiener Landesparteiobmann und Bundes-Vize ab 2004 -vergessen; und, ganz lustig: Anspruch auf den Sessel des Innenministers im Jahr 2004. Ein paar Monate später hätte Strache auf Einladung Haiders angeblich in die Regierung gehen können, aber da wollte er nicht.
Fakt ist: Alle zusammen (auch die heute Gerichtsnotorischen) sind im Gefolge Jörg Haiders politisch sozialisiert und groß geworden. Für dessen politische Irrwege alle Möglichen verantwortlich zu machen, nur sich selbst zu exkulpieren zeigt, dass Charakter keine Primärtugend im rechten Lager ist.

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