Einspruch Kommentar: Obamas Schlagstock beschäftigt "Die Köpfe"

"Sprich sanft und trage einen großen Knüppel, dann wirst du weit kommen."

Wien (OTS) - von Birol Kilic

"Ein Bild sagt mehr als tausend Wörter", sagt man in Österreich. Heute, den 8. August, waren sehr viele Artikel zum Thema "Obama mit Baseballschläger" in den deutschsprachigen Medien, insbesondere auch in Österreich vertreten. Da ich "in der türkischen Sprache nicht schlecht bin", kann ich leicht die türkische Presse und andere türkische Medien verfolgen, sowie die englischsprachigen Medien. Die Frage ist, warum veröffentlicht das Weiße Haus auf seiner offiziellen Presseseite ein Foto, welches den Präsidenten Obama mit einem Baseballschläger in der rechten Hand und dem Telefon in der linken Hand zeigt. Wir erfahren auf der gleichen Seite, dass auf der anderen Leitung der türkische Premierminister Erdogan sitzt. Es geht um den Nahen Osten und Syrien. Die Frage ist, warum stellt man das Foto offiziell auf die Presseseite des Weißen Hauses? Kann man sich das nicht sparen? Was für eine Message wollen die USA und Obama an Erdogan vermitteln? Würde es Ihnen, als Premierminister eines Staates, gefallen, dass der angeblich mächtigste Mann der Welt, während eines Telefonates mit Ihnen, seinen Hausfotograf Pete Souza beauftragt, ihn im Oval Office im Weißen Haus zu fotografieren und veröffentlicht. Warum wurde das Foto später weggenommen? Warum wurde diese PR-Aktion nicht auch bei anderen Ländern oder Premierministern gemacht? Sondern nur beim türkischen Premierminister Erdogan, der angeblich ein super dicker Freund von Barack Obama ist? Eine andere Frage: Würde Obama so ein Foto mit dem israelische Premierminister Netanjahu oder dem israelischen Präsidenten Peres veröffentlichen? Das sind auch ganz einfache menschliche ZeitungskonsumentInnen bzw. WählerInnen.

Wie sie auch sicherlich wissen, bedienen sich diplomatische Beziehungen vieler Symbole und Gesten. Sie können stärker als Wörter sein, aber auch die Überhand bekommen. Dieser Befund zieht sich durch die Geschichte und gewinnt in der Moderne durch Fotografie und Digitalisierung unglaubliche Macht. Die internationalen Beziehungen im Laufe der Geschichte ohne ihre typischen Bilder zu lesen, würde sicherlich die historische Wahrnehmung verkürzen. Wenngleich eine ausgewogene Gewichtung und Bewertung so manchen akademischen Diskurs ausfüllen könnte.

Wenn man den Symbolen zu viel Bedeutung zuschreibt, kann das zu fehlerhaften Interpretationen führen. Nichts darin sehen zu wollen, läuft auch fehl. Genau damit scheint Präsident Obama (und sein PR-Team) aber zu spielen, zum Beispiel mit diesem Baseballschläger, den Obama auf dem Foto hält, das absichtlich mit bestimmten Zielen auf der Presseseite des Weißen Hauses veröffentlicht wurde. Das Bild bleibt vieldeutig wie seine gesamte Politik. Im tagespolitischen Kontext verdient es allemal eine detaillierte Analyse. Die Ergebnisse der Politik eines Friedensnobelpreisträgers auch.

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