Korun kündigt parlamentarische Anfrage zur gestrigen Familientrennung per Eil-Abschiebung an

Grüne: Augenzeugen berichten über Schikanen bei Festnahme von armenischer Mutter und achtjährigem Sohn

Wien (OTS) - "Ist das die neue 'Fremdenpolitik' von
Innenministerin Mikl-Leitner? Bei desaströsen Zuständen auf der Saualm mimt sie wochenlang die Ahnungslose, aber bei einer Familienabschiebung kann sie keinen Tag auf das Auseinanderreißen der Familie warten? Und was erhofft sich die 'christlich-soziale' ÖVP von dieser Politik? Dass man mit dieser Anbiederung an die FPÖ die Korruptionssünden vergessen macht? Die Ministerin ist aufgefordert diesen grausamen Unsinn aufzuklären", reagiert die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, auf die Eilabschiebung eines Teils der Familie.

"Um die Einzelheiten der gestern erfolgten getrennten Abschiebung einer armenischen Familie zu erfahren, bringen wir eine parlamentarische Anfrage an die Innenministerin ein", kündigt Korun an. Das Innenministerium beteuerte die letzten Jahre, es habe seit der Abschiebung der damals siebenjährigen Komani-Zwillinge dazu gelernt. Von 'familiengerechten Abschiebungen' war mehrmals die Rede. "Die gestrige Eil-Abschiebung einer seit sechs Jahren in Österreich lebenden armenischen Mutter mit ihrem achtjährigen Sohn und die dadurch vollzogene Familientrennung zeugen allerdings vom Gegenteil", kritisiert Korun. Denn laut Augenzeugenberichten durfte das achtjährige Kind bei der Festnahme nicht einmal auf die Toilette. Die fadenscheinige Begründung: Es bestehe (bei einem achtjährigen Kind!) 'Fluchtgefahr'. Außerdem sei die psychisch angeschlagene Mutter mit dem Achtjährigen ins Auto gesetzt worden, dann sei ihr das Handy abgenommen worden, womit der Kontakt zu den NachbarInnen und FreundInnen, die gegen die Verhaftung protestiert haben, gekappt worden sei.

Obwohl den NachbarInnen und FreundInnen, die bei der Polizei nachgefragt haben, eine Abschiebung erst in paar Tagen in Aussicht gestellt worden war, wurden die beiden schließlich im Eiltempo abgeschoben. Der Vater der Kinder und die zwei Söhne, die nicht in der Wohnung waren, sind nun ohne Ehefrau bzw. Mutter zurückgeblieben.

Rückfragen & Kontakt:

Grüner Klub im Parlament
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001