- 07.08.2012, 18:17:51
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Neues Volksblatt: "Straches Weitblick" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 8. August 2012
Linz (OTS) - Aus den Trümmern erhebt sich eine Lichtgestalt,
alleine dazu berufen, Sauberkeit in die Politik zu bringen. Um im
rechten Licht zu erscheinen, muss freilich eine andere Lichtgestalt
endgültig vom Thron gestoßen werden - was FPÖ-Chef Heinz-Christian
Strache gestern mit dem Satz getan hat, dass Jörg Haider "von diesem
System korrumpiert" wurde. Er sei der erste gewesen, "der erkannt
hat, dass Haider seinen Grundsätzen nicht treu war".
Ob es ihm im rechten Lager gut tut, so am blauen Säulenheiligen zu
kratzen, bleibt abzuwarten. Gewiss war Haider zuletzt ein Oranger,
aber in Schutz genommen wird er beispielsweise von den Kärntner
Blauen schon auch. Kritiker der Vorgänge unter LH Haider würden auf
dessen Grab spucken, meinte etwa der neue FPK-Chef Kurt Scheuch vor
wenigen Tagen. Und das offizielle Kärnten ehrt seinen verstorbenen
Landeschef mit einer nach ihm benannten Brücke. Natürlich mag zu
Straches Kalkül gehören, dass Rechtskonkurrent BZÖ auch an Haider
hängt - als Erfindung des Korrumpierten aber nun angepatzt ist.
Bleibt immer noch die Frage, warum Strache im Vorfeld der
Landtagswahlen 2009 noch überzeugt war, dass nur die FPÖ das "Erbe"
von Haider "retten und bewahren" könne, denn Gerhard Dörfler "traut
die Bevölkerung das nicht zu". Da hat wohl der Weitblick noch gefehlt
...
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