• 07.08.2012, 09:00:32
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Allianz Studie zu Pensionssystemen: Österreich weltweit auf Platz 21

Wien (OTS) - Die globale Pensionslandschaft hat sich in den
letzten zehn Jahren massiv verändert: Kapitaldeckungsverfahren
gewinnen gegenüber Umlageverfahren an Bedeutung, beitragsorientierte
Pensionspläne gegenüber leistungsorientierten. Der Allianz Global
Pension Atlas stellt dem österreichischen Pensionssystem ein
durchschnittliches Zeugnis aus. Um sich im weltweiten Ranking zu
verbessern, könnte die "Brückenpension" einen wertvollen Beitrag
leisten, ist man bei der Allianz überzeugt.

"Österreich liegt in Sachen Nachhaltigkeit des Pensionssystems
weltweit im Mittelfeld. Um zu den besten Ländern aufzuschließen, sind
weitere Reformen unseres Altersvorsorgesystems notwendig",
kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz
Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen "Allianz Global
Pension Atlas".

Pensionssystem: Australien auf Platz 1, Griechenland
Schlusslicht

Die aktuelle Studie analysiert den gegenwärtigen Stand und die
zukünftige Entwicklung der Altersvorsorgesysteme unterschiedlicher
Staaten. Auf Basis von Variablen wie demografischen Trends, der
Situation der Staatsfinanzen sowie der Ausgestaltung des
Pensionssystems wird die Notwendigkeit weiterer Pensionsreformen in
einer Kennzahl zusammengefasst: Bei einer Gesamtbewertung von 1
besteht kein Bedarf - ein Score von 10 deutet auf hohen Reformdruck
hin. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass jene Länder gut
positioniert sind, deren Altersvorsorgesysteme breiter angelegt sind
und welche ihre Reformen frühzeitig begonnen haben. Weltweit weist
Australien das derzeit nachhaltigste Pensionssystem mit dem
geringsten Reformdruck auf, Platz 2 belegt Schweden, gefolgt von
Dänemark. Auf dem 44. und damit letzten Platz befindet sich
Griechenland, knapp hinter China und Indien. Österreich rückte im
Vergleich zu 2009 aus dem unteren Drittel ins Mittelfeld vor und
liegt auf Platz 21, hinter Deutschland und Polen. Bei den
Platzierungen konnten insbesondere jene Staaten zulegen, die über
eine - relativ gesehen - geringe Staatsverschuldung verfügen, wie zum
Beispiel Norwegen und Finnland.

2050: Bevölkerungsalterung in Westeuropa und Teilen Asiens am
dramatischsten

Der Global Pension Atlas veranschaulicht darüber hinaus jene
Faktoren, die den Reformdruck für Altersvorsorgesysteme erhöhen. Die
Lebenserwartung steigt, so werden zum Beispiel Österreichs Männer
2050 um 7,2 Jahre länger leben als noch 2006. Das ist eine der
größten Zunahmen der Lebenserwartung in West- und Mitteleuropa.
Unabhängig von den aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und
den steigenden Staatsschulden spielen auch demografische
Rahmenbedingungen eine Rolle - die Alterung der Bevölkerung ist
hierbei der zentrale Einflussfaktor: Wirft man einen Blick auf die
Subindikatoren, rückt vor allem der Altersabhängigkeitsquotient ins
Blickfeld. Dieser bezeichnet das Verhältnis der wirtschaftlich
abhängigen Altersgruppen über 65 Jahren zur Bevölkerung im
erwerbsfähigen Alter (15-64). In Österreich liegt dieser Wert bei
aktuell 26 Prozent - bis 2050 wird er sich auf 53,5 Prozent mehr als
verdoppeln. Am dramatischsten wird dieser Wert in Japan zunehmen -
und zwar von 35,5 auf rund 70 Prozent. In Westeuropa wird Portugal am
stärksten mit den demografischen Problemen zu kämpfen haben - der
Altersabhängigkeitsquotient wird auf 63,5 Prozent ansteigen. In
Osteuropa zeigt sich aus demografischer Sicht ein durchwegs
freundlicheres Bild: In der Türkei wird der
Altersabhängigkeitsquotient bis 2050 auf 30,5 Prozent zunehmen, in
Russland auf 38,5 Prozent.

Schulterschluss bei Altersvorsorge

In den vergangenen zwölf Jahren hat Österreich mehr
Pensionsreformen umgesetzt als nahezu jedes andere west- und
mitteleuropäische Land, wie die Studie zeigt. "Dieses zeigt eindeutig
den positiven Effekt der auf Nachhaltigkeit abzielenden
Pensionsreformen", so Littich. Um sich im Ranking weiter zu
verbessern, seien Kapitaldeckung und Umlageverfahren im
Schulterschluss notwendig: In einem neuen Modell werden Budgetlücken
der öffentlichen Hand mit durchgehenden Beitragsleistungen bis zum
gesetzlichen Pensionsalter geschlossen. Die Brückenpension zwischen
gesetzlichem und tatsächlichem Pensionsantrittsalter wird durch
kapitalgedeckte Vorsorge finanziert. Der Clou: Die Brückenpension
selbst finanziert die Sozialversicherung. Der Bürger zahlt weiter
Beiträge in die Sozialversicherung ein (Selbst- bzw.
Weiterversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung), und
zwar bis zum Alter von 65 Jahren - bzw. je nach gesetzlichem
Pensionsantrittsalter. Dies führe zu einer Planbarkeit der Einkünfte
für die Sozialversicherung und damit zu einer Stärkung der ersten
Säule. Langfristig räume diese Lösung der öffentlichen Hand die
Möglichkeit ein, gesetzliche Rahmenbedingungen zu ändern, wie etwa
durch sukzessives Anheben des Pensionsantrittsalters gemäß
demografischen Erfordernissen. "Mit dem neuen Modell kann die
öffentliche Hand mit dem demografischen Wandel Schritt halten und das
System darauf vorbereiten", so Littich.

Beim Einzelnen werden Vorsorgelücken durch ein Kombinationsmodell
aus Umlageverfahren und Kapitaldeckung geschlossen. Ein vorzeitiger
Austritt aus dem Erwerbsleben wird bis zum Antritt der gesetzlichen
Pension durch eine Brückenpension ermöglicht - auch eine Rente ohne
Einkommensverlust kann erreicht werden. "Mit der neuen Lösung kann
jeder Bürger sein Pensionsantrittsalter frei wählen, ohne das System
zu belasten." Um das Pensionssystem nachhaltig zu sichern, seien
keine gesetzlichen Änderungen notwendig. "Das ist eine klare
Win-Win-Situation. Der Staat profitiert von Planungssicherheit, der
Bürger darf sein Pensionsantrittsalter frei und individuell wählen,
auf Basis transparenter Entscheidungskriterien. Der Schulterschluss
zwischen erster Säule und betrieblicher und privater Altersvorsorge
sichert den Generationenvertrag, und zwar nachhaltig", so Littich
abschließend.

Der Allianz Global Pension Atlas analysiert die aktuellen und
zukünftigen Aussichten der Pensionssysteme und betrachtet dabei
Variable wie demografische Entwicklungen, öffentliche Finanzen und
das Design des Pensionssystems, um in einem Indikator den
Pensionsbedarf festzustellen. Ein Pension Sustainability Index (PSI)
von 1 würde bedeuten, dass es in einem Land keinen Reformbedarf gibt,
ein Indikator von 10 würde einen akuten Reformbedarf bedeuten. Der
PSI wurde erstmals 2004 publiziert und wurde im Vergleich zur letzten
Untersuchung von 37 auf 44 Staaten erweitert.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news

- Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Global Pension Atlas (Österreich-Auszug) als PDF

Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
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Rückfragehinweis:

Mag. Manfred Rapolter, MA
   Unternehmenskommunikation
   Allianz Gruppe in Österreich
   Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien
   Tel: 05/9009 - 80690, Fax: - 40261
   E-Mail: [email protected] 
   Internet: http://www.allianz.at

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