Die Dramaturgie eines Skandals (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 7. Aug. 2012

Klagenfurt (OTS) - Ein paar effektheischende Zitate, ein bühnenreifer Auftritt, multimedial übertragene Szenen - der Prozess rund um die Causa Birnbacher, der politische Abgründe aufzeigt, ist zu allem anderen auch eines: ein Schauspiel. Die vor Gericht erscheinenden Politiker sind sich dessen nur allzu bewusst und warten mit leicht verwertbaren Zitaten auf. Josef Martinz spricht plötzlich von "Schandgeld", Stefan Petzner kündigt eine vermeintliche "Polit-Bombe" an und sonnt sich im Blitzlichtgewitter. Der Showcharakter von Prozessen kann nicht geleugnet werden, sollte aber verdecken, was der eigentliche Kern des Geschehens ist: Der verwerfliche Umgang mit dem Steuergeld der Kärntnerinnen und Kärntner. Das Sich-Produzieren einzelner Prozess-Akteure im mediengerechten Stil mag zwar dramaturgische Wirkung haben und auch einiges über sie aussagen. Zugleich verstellt es aber den Blick auf das Wesentliche, das bedeutend weniger Unterhaltungswert hat.

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