Physikalische Medizin: Wobei sie hilft und wie sie wirkt (2)

Online-Orientierungshilfe für Ärzteschaft entwickelt

Wien (OTS) - Um in Zukunft derartige Erfolge zu erleichtern und nachvollziehbarer zu machen, habe die Österreichische Gesellschaft für physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR) in jahrelanger Arbeit eine Orientierungshilfe entwickelt, die auf wissenschaftlicher Basis einerseits die Wirksamkeit physikalischer Therapien nachweise und die andererseits Diagnosen und Therapien zusammenführe, ergänzte Univ.-Prof. Anton Wicker, Präsident der ÖGPMR. Das Online-Tool, das auf der Website der ÖGPMR für jedermann einseh- und benutzbar ist, solle Gesundheitsplanern sowie Ärztinnen und Ärzten künftig bei der Auswahl der passenden Therapie unter die Arme greifen, die wissenschaftliche Literatur könne ebenfalls abgerufen werden. Wicker:
"Nehmen wir an, ein Patient leidet unter Arthrose des Kniegelenks -einer so genannten Gonarthrose. In diesem Fall reichen wenige Klicks auf unserer Website, um dem Arzt zu zeigen, dass es eine Fülle möglicher Therapien wie Einzelheilgymnastik, Elektrotherapie für Schmerzreduktion und Muskelaufbau, Kälteanwendungen oder auch Ultraschalltherapie gibt." So wirke etwa eine Ultraschalltherapie Schmerz lindernd und deeskaliere den Reizzustand, Heilgymnastik mobilisiere und kräftige. Dabei richte sich die Art der zu wählenden Therapie nach der Diagnose. Bei Rückenschmerzen könne beispielsweise eine Kombination aus Ultraschall, Massage, Wärmetherapie und Elektrotherapie binnen kürzester Zeit den Schmerz und die Bewegungseinschränkung nachhaltig beseitigen, erklärte der Experte -ohne, dass der oder die Betroffene zusätzlich Schmerzmittel benötige.

Anhand der verlinkten Studien könne nachgeprüft werden, welche wissenschaftlichen Belege es für die Wirksamkeit einer Therapie in Zusammenhang mit der diagnostizierten Krankheit gebe und wie aussagekräftig diese Studien seien, führte Wicker weiter aus. Für die Gesundheitsplanung sei das neue Online-Tool von großer Bedeutung, da es die Arbeit künftig deutlich erleichtern werde, erklärte Wicker, der die didaktische Aufbereitung und Nutzerfreundlichkeit hervorhob. Nach der Orientierungshilfe Radiologie liege somit auch für die physikalische Medizin ein wichtiger Behelf vor, so Steinhart und Wicker abschließend.

Zahlen und Fakten

- Für die Entwicklung der Online-Orientierungshilfe wurden über 600 Studien, Reviews und Metaanalysen gesichtet und mit den einzelnen Therapiemöglichkeiten bzw. ICD 10-Diagnosen gemäß Musterkatalog der wissenschaftlichen Fachgesellschaft digital verknüpft.

- An der Erstellung der Inhalte waren vorwiegend die Fachärzte für physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation, Ao. Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, Univ.-Lektor Dr. Mohammed Kheilani und Ao. Univ.-Prof. Dr. Otmar Schuhfried, Medizinische Universität Wien, beteiligt.

  • Die Orientierungshilfe ist über www.oegpmr.at bzw. unter www.orientierungshilfe-pmr.at/ abrufbar.
  • Laut dem regionalen Strukturplan Gesundheit für Wien wird der Bedarf an physikalischer Medizin bis 2015 allein in der Bundeshauptstadt um mehr als acht Prozent steigen.

- Allein in den Wiener Ordinationen werden jährlich 60.000 Patientinnen und Patienten physikalisch behandelt. Österreichweit werden jährlich etwa 71.000 Fälle bei 26 Vertragsärzten (Ordinationen) in Wien und Kärnten verzeichnet, in den übrigen Bundesländern gibt es derzeit keine Vertragsärzte. Ein Großteil der Patienten wird in physikalischen Instituten und Kureinrichtungen behandelt, hierzu liegen derzeit aber keine Zahlen vor.

- In ganz Österreich waren mit Juli 2012 294 Fachärztinnen und -ärzte für physikalische Medizin registriert, davon 159 im niedergelassenen und 135 im angestellten Bereich.

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