Physikalische Medizin: Wobei sie hilft und wie sie wirkt - BILD (1)

Bedarf an physikalischen Therapien steigt - Rückenschmerzen sind Volksleiden geworden

Wien (OTS) - Die Anwendungsgebiete der physikalischen Medizin sind ebenso vielfältig wie ihre Methoden. Sie reichen von Stoffwechselerkrankungen über Krankheiten des Atmungssystems und Erkrankungen des Verdauungssystems bis hin zu "klassischen" Anwendungsgebieten wie Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates bzw. des Nervensystems sowie der Rehabilitation nach Erkrankungen, Operationen und Unfällen. Zahlreiche Methoden wie Massagen, Bewegungstherapie, Ultraschallbehandlung, Thermotherapie oder Elektrotherapie verschaffen anhaltenden Benefit für die Patientinnen und Patienten. Erstmals wurden die wissenschaftlichen Wirkungszusammenhänge übersichtlich und elektronisch erschlossen. Eine neue Online-Orientierungshilfe soll die Gesundheitspolitik, aber auch Ärztinnen und Ärzte künftig bei der Auswahl der passenden Therapie unterstützen, am Dienstag wurde das neue Tool im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt.

Zwiti: Steigender Bedarf an wirksamer Therapie

"In Zeiten, in denen bewährte Diagnose- und Behandlungsmethoden kritisch hinterfragt werden, sind wissenschaftlich fundierte Nachweise der Wirksamkeit besonders wichtig", erklärte Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte. Die von der Österreichischen Gesellschaft für physikalische Medizin und Rehabilitation erarbeitete Orientierungshilfe sei einfach und intuitiv zu bedienen - einer Diagnose, z.B. Rückenschmerz, würden per Mausklick die wirksamsten physikalischen Therapien zugeordnet, der wissenschaftliche Nachweis könne ebenfalls problemlos nachgeschlagen werden, führte Steinhart aus. Dies sei auch insofern wichtig, als der Bedarf an physikalischen Therapien in den kommenden Jahren weiter wachsen werde. Steinhart: "Wir gehen gemäß dem regionalen Strukturplan Gesundheit davon aus, dass der Bedarf allein in Wien bis zum Jahr 2015 um über acht Prozent steigen wird." Vor allem Rückenschmerzen seien mittlerweile zum "Volksleiden" geworden und könnten mit Hilfe der physikalischen Medizin gut behandelt werden, erklärte der Chef der niedergelassenen Ärzte.

Zwiti: Studie belegt: Physikalische Therapie bewirkt rasche Verbesserung

Dies sei auch im Rahmen einer Multicenterstudie unter Beteiligung von Professoren der Medizinischen Universität Wien klar belegt worden. Steinhart: "Dabei wurden 114 Patientinnen und Patienten zur physikalischen Kombinationstherapie bei muskuloskelettalen Erkrankungen befragt. Bei 41 Prozent haben sich die Schmerzen bereits nach der ersten Therapieserie deutlich verbessert, die Beweglichkeit konnte um 34 Prozent gesteigert werden." Diese Erfolge hätten sich auch auf das Wohlbefinden der Befragten ausgewirkt: 27 Prozent hatten angegeben, sich schon nach der ersten Therapieserie besser zu fühlen. Gleichzeitig sei es durch den Einsatz der physikalischen Medizin möglich, die medikamentöse Therapie zu reduzieren, so Steinhart.

(Forts.)

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