LR Ragger: Pflegeheim-Sperre aufgrund von Gutachten unvermeidbar

Kursana ignoriert Bescheid - auch bei Kontrollprobe gefährliche Keime festgestellt

Klagenfurt (OTS) - "Wenn der Betreiber eines Pflegeheimes solche hygienischen Mängel zu verantworten hat, wie die Kursana in Villach und diese dann verniedlicht, indem er deren behördliche Beanstandung in Zweifel zieht, ergibt sich eine wesentliche Frage: Besitzt ein solcher Betreiber die vom Gesetz geforderte Verlässlichkeit zur Betreuung von pflege-bedürftigen Menschen". Mit diesen Worten reagiert der Kärntner Sozialreferent LR Mag. Christian Ragger auf das offensichtlich fehlende Problembewusstsein bei der Firma Kursana. "Ich hätte mir angesichts der eindeutig festgestellten Missstände zu allererst ein Wort des Bedauerns gegenüber den Bewohnern und deren Angehörigen erwartet und nicht einen Angriff auf die Behörde, welche diese katastrophalen Mängel aufzeigt und ahndet", betont Ragger.

Er weist darauf hin, dass gegen das Kursana--Pflegeheim in Villach schon mehrere Beschwerden eingebracht worden sind. Bei einer Überprüfung derselben stellte ein Kontrollorgan Anfang Juli erhebliche sichtbare Verschmutzungen im Haus fest. "Diese Prüferin vermutete, dass neben diesen Verunreinigungen auch gesundheitlich wesentlich ernstere Hygienemängel bestehen könnten. Tatsächlich bestätigte eine schriftliche Expertise von Fachärzten für Pathologie diesen Verdacht. Ihr Bericht belegt, dass in dem Heim zuhauf und an mehreren Orten gefährliche Keime, die bei Pflegebedürftigen ernste Infektionen auslösen können, gefunden wurden", teilt Ragger mit.

Er habe darauf hin veranlasst, dass das Heim per Bescheid aufgefordert wurde, binnen drei Tagen, die Hygienemängel zu beheben. "Leider mussten wir bei einem Lokalaugenschein am Samstag feststellen, dass noch immer gefährliche Keime in der Küche feststellbar waren", kritisiert Ragger. Der pathologische Befund des Facharztes hat einen neuen Abklatschbefund gezogen und wieder wurde eine hohe Konzentration von gefährlichen Keimen festgestellt. Da die Verantwortlichen nicht willens oder nicht fähig waren, eine ernste Gesundheitsgefährdung der Heimbewohner abzuwehren, blieb nur die behördliche Sperre des Hauses. Diese gilt jedenfalls solange die Missstände nicht beseitigt sind.

Die Sozialabteilung werde jedenfalls alle nötigen Schritte ergreifen, damit keine Bewohner zu Schaden kommen. "Das Heim ist offiziell geschlossen, aber das Amt kann keine Bewohner zwingen, es zu verlassen", beschreibt Ragger die rechtliche Ausgangslage. Es sei festzustellen, dass noch immer etliche Bewohner im Heim verblieben sind, obwohl genügend Ersatzplätze zur Verfügung stehen. "Wir haben auch die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie nicht Opfer mangelnder Hygiene werden.

Daher werde die Sozialabteilung in den nächsten Wochen täglich ein Prüforgan ins Haus schicken. "Wir führen erstmals über mehrere Wochen eine Dauerkontrolle durch. In dem Heim muss man jetzt damit rechnen, dass täglich zu unterschiedlichen Zeiten die Abläufe gecheckt werden", ist Ragger fest entschlossen, solche Missstände zu beseitigen. Mit einer einmaligen gründlichen Reinigung sei es jedenfalls nicht getan. Da müssten mehrere Arbeits- und Organisationsabläufe professionalisiert werden.
"Ich nehme es sicher nicht hin, wenn in der Küche eines Pflegeheimes Fäkalkeime sogar auf Lebensmitteln gefunden werden und wenn u.a. auf Rollstühlen und anderen Hilfsgeräten sowie auf Pflegebetten riskante Krankheitserreger nachgewiesen werden".

Ragger betont abschließend, dass kein Heimbewohner durch diese Vorgänge einen finanziellen Schaden erleiden wird. Das Kursana-Heim dürfe jedenfalls bis zum Nachweis, dass alle Mängel dauerhaft behoben wurden, keine öffentlichen Mittel beziehen.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Büro LR Mag. Christian Ragger
Pressesprecherin: Mag. Kristina Kohlweiß
Tel.: 050536 / 22704 oder 0664 / 80536 22704

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0001