Gewerkschaft vida: Sozial- und Umweltverantwortung für Frächterlobby offensichtlich Fremdwörter

Winkler: WKÖ anscheinend für Durchschnittslöhne von 700 Euro für LKW-LenkerInnen - LKW-Verkehr wurde bereits massiv steuerlich entlastet

Wien (OTS/ÖGB) - "Offensichtlich will die Bundessparte Transport-Verkehr in der WKÖ gemeinsam mit den Frächtern Sozial-, Lohn- und Umweltstandards auf osteuropäisches Niveau drücken", kommentiert der Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, die Rechtfertigungen des zuständigen WKÖ-Spartenobmanns Alexander Klacska gegenüber der APA zur "Ausflaggung" der heimischen LKW-Flotten ins Ausland: "Sozial- und Umweltverantwortung sind für die Frächterlobby zugunsten ihrer Profite wohl zu Fremdwörtern geworden", so Winkler.

Anders sei nicht erklärbar, warum der zuständige WKÖ-Spartenobmann das Betreiben von LKW durch österreichische Firmen vom Ausland aus mit hohen Lohn- und Mautkosten in Österreich zu rechtfertigen versuche und dabei Äpfel mit Birnen vergleiche: "Soll man jetzt davon ausgehen, dass Klacska die durchschnittlichen osteuropäischen LKW-Fahrerlöhne von 700 Euro brutto im Monat bei bis zu 60 Stunden erlaubter Wochenarbeitszeit gerne in allen EU-Ländern haben möchte?", gibt Winkler zu bedenken.

Von Kostenwahrheit im Straßenverkehr scheine die WKÖ nicht viel zu halten, so Winkler weiter: "Bei einer ehrlichen Diskussion über die LKW-Maut hätte Klacska auch erwähnen müssen, dass die LKW deutlich mehr Fahrbahnschäden als PKW anrichten und eine höhere Maut deshalb gerechtfertigt ist", sagt der Gewerkschafter:"Für die LKW-bedingten Fahrbahn- und Umweltschäden möchte die WKÖ wohl vermehrt die Allgemeinheit zahlen lassen, um die Brieftaschen der Frächter zu schonen."

"Die WKÖ lässt in der Diskussion auch unter den Tisch fallen, dass der LKW-Verkehr seit dem EU-Beitritt Österreichs massiv steuerlich entlastet wurde", stellt Winkler fest. Ab 2004 wurden die Frächter als Kompensation für die Einführung der LKW-Maut zudem neuerlich entlastet: Die Kfz-Steuer wurde auf das Niveau des Jahres 2000 gesenkt, die Straßenbenützungsabgabe und die Vignetten für LKW über 3,5 Tonnen entfielen, erinnert Winkler.

Zudem sei es ein offenes Geheimnis, dass die Zahl der ausgeflaggten LKW im Fernverkehr bereits Richtung 100 Prozent gehe, sagt Winkler:
"Ein Herabspielen der Zahlen ändert daran rein gar nichts." Auch der jüngste Frächter-Skandal in Tirol - der "ORF-Report" hat im Juli ausführlich berichtet - spricht Bände, wie es um Teile der Branche bestellt sei: Einzelne Firmen operierten nur mehr mit LenkerInnen aus dem Ausland, die je nach Bedarf nach Österreich gebracht werden und unter menschenunwürdigen Bedingungen in Containern wohnend auf ihre schlecht bezahlten Einsätze warten müssen, kritisiert der vida-Verkehrssektionsvorsitzende.

Die Gewerkschaft fordert strengere Kontrollen und höhere Strafen für die Unternehmen bei Sozialbetrug. Es gebe kaum Kontrollen, ob die FahrerInnen regelgerecht versichert und bezahlt werden. "Das muss sich ändern. Auch die FahrerInnen der seriösen Firmen sehen ihren Job durch schwarze Schafe in der Branche bedroht", bekräftigt Winkler.

Das 5-Punkte Forderungspaket von vida und der AK für mehr Sicherheit und bessere Jobs für LKW- und BuslenkerInnen finden Sie auf www.vida.at

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