"Report" am 31. Juli: Kärnten - Ein Geständnis sprengt ein System

Wien (OTS) - Das Geständnis des Villacher Steuerberaters Dietrich Birnbacher hat das politische System Kärntens in seinen Grundfesten erschüttert. Ein System, das Landeshauptmann Jörg Haider aufgebaut und das ihm begeisterte Zustimmung gesichert hatte, endet vor dem Strafrichter. Gabi Waldner präsentiert im "Report" am Dienstag, dem 31. Juli 2012, um 21.05 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Birnbachers Bombe

Bei der Privatisierung der Kärntner Hypo sei Parteienfinanzierung für die Kärntner Freiheitlichen vereinbart gewesen und auch an den ÖVP-Chef Geld geflossen - diese Aussage des Steuerberaters Dietrich Birnbacher vor Gericht löst den Rücktritt des lokalen ÖVP-Chefs aus, für die freiheitlichen Landesräte Scheuch und Dobernig interessiert sich der Staatsanwalt. Wie lange können Landeshauptmann Dörfler und seine Partei die Welle von Neuwahlforderungen noch abwehren, und welche Folgen hat die Affäre für FPÖ-Chef Strache, der das Bündnis mit Uwe Scheuchs FPK gegen die Warnungen seiner Parteifreunde durchgedrückt hatte?

Wundermittel Geständnis

Korruption lässt sich oft nur aufklären, wenn ein Beteiligter "auspackt". Was kann die Justiz tun, um das Schweigen systematisch zu brechen? Was hat die Kronzeugenregel gebracht, die seit dem Vorjahr gilt, und wann führt Österreich endlich eine "Whistleblower-Hotline" ein, die es Mitwissern ermöglicht, sich diskret den Behörden anzuvertrauen?

Das System Haider: Spenden und Spiele

Ein neuer politischer Stil hat Jörg Haider einen triumphalen Aufstieg zum Landeshauptmann in Kärnten und zur Schlüsselfigur der Bundespolitik ermöglicht: Einfache Slogans, faszinierende und unterhaltsame Inszenierungen, Leutseligkeit und freigiebiger Umgang mit öffentlichen Mitteln. Oft waren es Spenden aus dubiosen Quellen, die diese politischen Spiele möglich machten. Wie konnte sich ein System, das nun vor dem Richter endet, so lange halten, warum haben so viele mitgemacht und noch mehr weggeschaut?

Die ungeklärten Fälle in Kärnten

Millionenhonorare und Parteispenden bei der Hypo-Privatisierung, die ein konsequent fragender Richter nun ans Licht bringt, sind wohl nur die Spitze eines Eisbergs von Korruption und Machtmissbrauch. Viele andere Fälle von dubiosen Zahlungen und zwielichtigen Projekten harren noch der Aufklärung. Warum ist Kontrolle in Kärnten gar so schwierig? Eine Gemeinschaftsproduktion von Münire Inam, Eva-Maria Kaiser, Helga Lazar, Martin Pusch, Alexander Sattmann, Ernst Johann Schwarz und Simone Stribl.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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