StR Ludwig: Mehr Wohn- und Lebensqualität in Gründerzeitvierteln

Zurzeit sind in zehn Bezirken Wiens geförderte Blocksanierungen in Vorbereitung oder Umsetzung. So auch im im Grätzel Sechshaus, das noch lebenswerter gestaltet werden soll.

Wien (OTS) - Zentrales Ziel der zu Beginn der 90er Jahre entwickelten Blocksanierung ist die nachhaltige Aufwertung dicht bebauter Stadtteile durch eine Fülle von Maßnahmen, die sowohl die hochwertige und sozial verträgliche Sanierung von Häusern als auch eine Aufwertung des Wohnumfeldes und der Freiräume zum Ziel haben. Um die Qualität der Sanierungen zu sichern, spielen Ökologie, die harmonische Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten, eine ausreichende soziale Infrastruktur, aber auch Themen wie Barrierefreiheit, Sicherheit sowie Gender Mainstreaming eine wichtige Rolle.
"Die Blocksanierung steht für eine nachhaltige Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, die über das einzelne Haus, das einzelne Grundstück hinausgeht. Sie ist eine Weiterentwicklung der Idee der ,Sanften Stadterneuerung' in sozialem, wie auch in wirtschaftlichem Sinne. Wenn Viertel erneuert und attraktiver gestaltet werden, bedeutet das nicht nur einen wichtigen Impuls für die dort ansässige Bevölkerung, sondern auch für das lokale Wirtschaftsleben", erklärt Michael Ludwig, Wiener Wohnbaustadtrat und Präsident des wohnfonds_wien. *****

Blocksanierungsgebiet Sechshaus

Bei der Auswahl für ein Blocksanierungsgebiet werden neben baulichen Kriterien wie Gebäudezustand und -alter auch städtebauliche Komponenten wie zum Beispiel die Lage des Gebietes, die Bebauungsdichte und die Infrastruktur herangezogen.
Ein aktuelles Beispiel ist das Grätzel Sechshaus im 15. Bezirk, zwischen Sechshauser Straße und Wienzeile, das zu den neuesten Blocksanierungsgebieten in Wien zählt. Ein Viertel, das aufgrund seiner günstigen Lage nahe Mariahilf und guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr (U4, U6, 57A, 12A, 63A) ein großes Potential für kommende städtebauliche Entwicklungen besitzt.
Das Blocksanierungsgebiet umfasst acht Baublöcke mit insgesamt 94 Liegenschaften.
Für vier Wohngebäude (Ullmannstraße 45, Diefenbachgasse 52, Pillergasse 5, Pillergasse 11) wurde bereits ein Antrag für eine geförderte Sanierung eingereicht, außerdem befinden sich zwei Gebäude (1150, Ullmannstraße 41, Ullmannstraße 47) in Sanierung und bei einem weiteren Gebäude (Sechshauser Straße 51) wurde die Revitalisierung bereits abgeschlossen.
Durch sensible Maßnahmen wie Teilabbrüche, Dach- und Hofbegrünungen soll die dichtere Bebauung des Viertels aufgelockert werden. Gleichzeitig sollen durch die Nachverdichtung der Straßentrakte attraktive Dachgeschoßwohnungen und damit neuer Wohnraum entstehen. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch der Altbestand der Liegenschaften verbessert. Durch Lift- bzw. Balkon-Zubauten sowie thermische Sanierungen kann das ganze Gebiet profitieren. Die Gestaltung eines attraktiven neuen Herzen des Grätzels, die Einrichtung eines temporären Markts und die Aufwertung des öffentlichen Grünraums zählen zu den weiteren Zielen dieser Blocksanierung.

"Die beträchtlichen Fördermittel der Stadt Wien bieten auch bei Blocksanierungen die entscheidenden Anreize, um private Hauseigentümerinnen und -eigentümer ins Boot zu holen und städtebauliche Strukturverbesserungen - durch die in Folge auch neue Bevölkerungsschichten und Unternehmen angesprochen werden - zu erreichen. Zug um Zug werden auf diese Weise ganze Viertel aufgewertet. Dabei wird hohes Augenmerk auf die Erhaltung des ursprünglichen Flairs gelegt", betont Ludwig.

Blocksanierungen - die Ziele und Schwerpunkte

Bei Blocksanierungen werden zusätzlich zu den Förderungen für qualitativ hochwertige und ökologische Wohnhaussanierungen folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Verbesserung der Belichtungs- und Belüftungsverhältnisse
  • Errichtung von Freiflächen in Form von Terrassen, Loggien, Balkonen oder Eigengärten
  • Schaffung von neuem, attraktivem Wohnraum durch Dachgeschoßausbauten
  • Nachverdichtung von untergenutzten Liegenschaften durch Zu- und Neubauten
  • ökologische Maßnahmen für eine erhöhte Wohnqualität und ein verbessertes Mikroklima, wie z.B. die Schaffung von neuen Grünflächen bzw. die Begrünung und nutzerInnengerechte Gestaltung der Höfe
  • Sicherung und Verbesserung von Nutzungsmischungen (Wohnen, Arbeiten und Nahversorgung)
  • die wohnverträgliche Neustrukturierung des Hinterhofgewerbes
  • die Schaffung neuer bzw. die Vergrößerung bestehender öffentlicher Grünflächen
  • Schaffung sozialer Infrastruktureinrichtungen
  • Maßnahmen zu Verkehrsberuhigung, z.B. Fuß- und Radwege sowie Garagenstandorte

Aktuelle Blocksanierungen in acht Wiener Bezirken

In Vorbereitung oder Umsetzung sind:
3., Eurogate: 4 Baublöcke, 36 Liegenschaften
10., Kretaviertel: 8 Baublöcke, 79 Liegenschaften
11., Rinnböckstraße, 9 Baublöcke, 86 Liegenschaften
12., Murlingengasse: 10 Baublöcke, 119 Liegenschaften
15., Sechshaus: 8 Blöcke, 94 Liegenschaften
16., Roseggergasse: 9 Baublöcke, 113 Liegenschaften
17., Geblergasse: 8 Baublöcke, rund 130 Liegenschaften
17., Haslingergasse: 14 Blöcke, 173 Liegenschaften
20., Klosterneuburger Straße: 12 Baublöcke, 148 Liegenschaften

Blocksanierungen in der Abschlussphase sind:
3., Erdbergstraße: 11 Baublöcke, 107 Liegenschaften
14., Kienmayergasse: 9 Baublöcke, 114 Liegenschaften
15., Fünfhaus Nord: 2 Baublöcke, 10 Liegenschaften
16., Hippgasse: 3 Baublöcke, 38 Liegenschaften
18., Staudgasse: 8 Baublöcke, 90 Liegenschaften
17., Gräffergasse: 13 Baublöcke, 110 Liegenschaften

AkteurInnen der Blocksanierung

Mit der Blocksanierung sind nicht nur der wohnfonds_wien, sondern auch die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*), die für die einzelnen Gebiete beauftragten ArchitektInnen, der Magistrat der Stadt Wien sowie die Bezirksvertretungen befasst. Besonders dabei hervorzuheben sind die GB*, die als professionelle Service-Einrichtungen der Stadt Wien als permanente Anlaufstellen für Fragen, Anregungen, Wünsche und Beschwerden zur Verfügung stehen. Auch die Wirtschaftskammer Wien begleitet mit der Aktion "Betriebsberatung in der Blocksanierung" die vom wohnfonds_wien beauftragten Studien und berät vor Ort über betriebliche Förderungen. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit Initiativen, die sich zum Ziel gesetzt haben, gewachsene Geschäftsstraßen zu erhalten und auszubauen und sich damit aktiv für eine Aufrechterhaltung der Nahversorgung einsetzen.

Mehr als ein Drittel aller WienerInnen leben im einem gefördert sanierten Haus

Seit 1984 wurden im Rahmen der "Sanften Stadterneuerung" geförderte Sanierungen von 6.100 Häusern mit rund 277.000 Wohnungen fertiggestellt.
Damit wurde die Wohn- und Lebensqualität von rund 660.000 BewohnerInnen - von mehr als einem Drittel der Wiener Bevölkerung -deutlich gesteigert.
Das durch die Förderungsempfehlungen ausgelöste Investitionsvolumen beträgt rund 6,8 Mrd. Euro, die Fördermittel des Landes Wien ca. 4,8 Mrd. Euro. Grund genug für die UNO, die "Sanfte Stadterneuerung" Wiens nicht nur als internationales "Best Practice"-Modell hervorzuheben, sondern auch mit der "Scroll of Honour 2010", dem wichtigsten Preis der Vereinten Nationen im Bereich des Wohnens, auszuzeichnen.

Service

Die MitarbeiterInnen des wohnfonds_wien beraten interessierte HauseigentümerInnen, beauftragen und koordinieren alle Blocksanierungsaktivitäten und betreuen die einzelnen Projekte während der gesamten Verfahrensdauer.

Sanierungsberatung des wohnfonds_wien:
8., Lenaugasse 10
Tel.: 403 59 19-0
E-Mail: office@wohnfonds.wien.at
Beratungszeiten: Mo. bis Do., 9 bis 16 Uhr
www.wohnfonds.wien.at

GB*
Die neun Gebietsbetreuungen Stadterneuerung stehen an zwölf Standorten und drei Außenstellen MieterInnen, HauseigentümerInnen und Gewerbetreibenden mit einem Umfassenden Angebot an Beratung und Information zu Sanierungen zur Verfügung.

Allgemeine Öffnungszeiten:
Mo, Di.: 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr
Do.: 13.00-19.00 Uhr
Fr.: 9.00-12.00 Uhr

Die Kontaktdaten aller Gebietsbetreuungen sowie die Öffnungszeiten der Außenstellen sind unter www.gbstern.at abrufbar.

Alle wichtigen Informationen zum Thema bietet auch die kostenlose Broschüre "Blocksanierung - Wege zu mehr Lebensqualität", die beim wohnfonds_wien angefordert werden kann. (Schluss) da

Rückfragen & Kontakt:

Christiane Daxböck
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81869
christiane.daxboeck@wien.gv.at

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