- 27.07.2012, 10:21:26
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Beschneidung: Religionen fordern von Regierung Klarheit
Sicherstellung der "juristischen Legitimität der religiösen Beschneidung in Österreich"
Wien, 27.07.12 (KAP) Die Regierung soll ein "klares Bekenntnis zur
Religionsfreiheit" abgeben und die "juristische Legitimität der
religiösen Beschneidung in Österreich sicherstellen": Das fordern
gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaften und Kirchen angesichts
der durch das Kölner-Urteil auch in Österreich ausgelösten
Beschneidungs-Debatte. Die Debatte habe zu einer "Verunsicherung der
jüdischen und muslimischen Bevölkerung" geführt, hieß es seitens der
Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und der Islamischen
Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) bei einer Pressekonferenz
am Freitag in Wien.
Neben dem Präsidenten der Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, und
IGGiÖ-Präsident Fuat Sanac nahmen auch der Generalsekretär der
Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, sowie der
lutherische Bischof Michael Bünker an der Pressekonferenz teil.
In ihrer gemeinsamen Stellungnahme unterstrichen die Kultusgemeinde
sowie die Islamische Glaubensgemeinschaft, dass sie die laufende
Beschneidungsdebatte als "Kampagne" und zugleich als "Bedrohung der
Religionsfreiheit" erachten. Die Beschneidung sei für beide
Religionen "von grundlegender religiöser Bedeutung" und gerade für
Juden ein "Identitätsmal". Wer gegen sie vorgehe, verfolge offenbar
noch andere Ziele, mutmaßten Sanac und Deutsch, "nämlich die
Forderung, dass religiöse Erziehung von Kindern überhaupt zu
verschwinden hat, weil sie die spätere religiöse Selbstbestimmung
präjudiziere".
Schipka: Religionsfeindliche Tendenzen
Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka unterstrich bei der
Pressekonferenz den hohen Wert des Menschenrechts auf
Religionsfreiheit. An diesem dürfe ebenso wenig gerüttelt werden wie
an der geltenden Rechtslage in Österreich. Diese sieht vor, dass
eine ordnungsgemäß durchgeführte Beschneidung bei Buben bei
Vorliegen einer elterlichen Einwilligung straffrei ist. Schipka:
"Das soll aus Sicht der katholischen Kirche auch so bleiben." Eine
Änderung der Rechtslage würde Juden und Muslime "in die Illegalität
abdrängen". Dies wäre ein "Angriff auf die Religionsfreiheit", der
"auch Christen nicht unberührt lassen" könne.
Weiters forderte Schipka in der laufenden Debatte ein höheres Maß an
Fairness im Umgang miteinander ein. Sorgen bereiteten "alle
Versuche, die durch das Kölner Urteil ausgelöste Diskussion jetzt
auch in Österreich so zu instrumentalisieren, dass eine feindliche
Haltung gegenüber Judentum, Islam oder Religion generell gefördert
wird", sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz.
"Sehr besorgniserregend" seien daher all jene Stimmen, die im
Ausgang der Debatte "religiöse Erziehung insgesamt in Frage
stellen". Gerade die Wortmeldungen einzelner Akteure, die in diesem
Kontext etwa auch die Spendung von Sakramenten an Kinder
kritisierten, "zeigen im Kern eine religionsfeindliche Haltung",
betonte Schipka.
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