• 27.07.2012, 10:02:33
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GLOBAL 2000 zur IAEA: "Wir wünschen baldige Besserung"

IAEA soll ihre Rolle als Atomkraft-Werberin aufgeben und sich hin zu einem unabhängigen Kontrollorgan entwickeln.

Wien (OTS) - Am Sonntag jährt sich zum 55. Mal die Gründung der
International Atomic Energy Agency (IAEA), deren Funktion oft als die
eines weltweiten Atom-Wächters missverstanden wird: 1957 gegründet im
Rahmen des Programms "Atoms for Peace", unter dem Dach der Vereinten
Nationen in New York, hat sie in den Statuten den klaren Auftrag, die
militärische Nutzung der Atomkraft zum Bombenbau zu verhindern - und
die zivile Nutzung jeglicher Atomtechnologie zu fördern. "Sie ist
also laut Statuten eine Atom-Werbeagentur, und das hat sich auch nach
den schweren Atom-Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima nicht
geändert", stellt Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000, klar.

IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano vertrat seine Rolle als Atom-Werber
seit Amtsantritt im Dezember 2009 offensiv und verfolgte trotz
weltweiter Kostenexplosion beim Bau von AKWs die vorgegebene
Strategie der Atom-Lobby: "nuclear power is being reconsidered as a
less expensive and more environmentally friendly alternative"
(Reuters, 5. 5. 10). "Die Ansicht, Atomkraft sei eine kostengünstige
und umweltfreundliche Alternative, hat Amano bis dato nicht
revidiert, obwohl er es eigentlich besser wissen müsse. Immerhin hat
die zerstörerische Kraft der Atomkraft unglaubliches Leid über sein
Heimatland Japan gebracht und es in die schwerste Krise seit dem
Zweiten Weltkrieg gestürzt", sagt Uhrig. "Es wäre wünschenswert, wenn
die IAEA per Statutenänderung die Funktion der Werbeagentur aufgeben
und ein weltweiter Atom-Sheriff für zivile und militärische
Nuklearanlagen werden würde, der weltweit mit klarer
Handlungsbefugnis unsichere Atomanlagen schließen kann."

Knebelvertrag zwischen IAEA und WHO

Die Handlungsfähigkeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in
Atomfragen ist durch ein mittlerweile bekannt gewordenes
Geheimabkommen mit der IAEA massiv eingeschränkt: Nach dem Abkommen
"WHA 12-40" vom 28. Mai 1959 überlässt die WHO die Federführung in
allen Fragen der radioaktiven Strahlung, inklusive gesundheitlicher
Folgen, der IAEA. Ohne vorherige Genehmigung der IAEA werden keine
eigenen Untersuchungen und Maßnahmen veranlasst. "Das ist so, als ob
die WHO ein Abkommen mit der Tabakindustrie abgeschlossen hätte",
kommentiert Uhrig. So spricht die WHO von nur 52 Toten infolge des
Tschernobyl-Super-GAUs, obwohl die Realität eine ganz andere Sprache
spricht. Von den 600.000 Liquidatoren sind mittlerweile bereits
100.000 an den Langzeitfolgen der Strahlenbelastung gestorben. Ebenso
bei Fukuhsima. Auch hier übernimmt die WHO die verharmlosenden
Darstellungen der IAEA. "Im Zusammenhang mit Strahlungsdaten aus
Fukushima von 'keinen nachweisbaren Auswirkungen' zu sprechen, ist
purer Zynismus", sagt Uhrig. GLOBAL 2000 fordert die österreichische
Regierung auf, einen Antrag auf Kündigung des Knebelvertrags mit der
IAEA an die WHO zu stellen.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria
Pressesprecherin Mag. Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26
Atomexperte Dr. Reinhard Uhrig, Tel.: 0699/14 2000 18

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