- 27.07.2012, 09:06:20
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Pro-Beschneidung mit dem Holocaustargument
Wien (OTS) - Als "rhetorisches Armutszeugnis" wertet Eytan Reif
von der "Initiative Religion ist Privatsache" den jüngsten
Holocaustvergleich des Ehrenpräsidenten der Israelitischen
Kultusgemeinde Ariel Muzicant. Muzicant setzte jüngst, laut einem
Bericht der "Kleinen Zeitung", ein Beschneidungsverbot mit dem
"Versuch einer neuerlichen Shoah" und der "Vernichtung des jüdischen
Volkes" gleich. Reif, der in Israel zur Welt kam, als Jude aufwuchs
und Mitgründer sowie Vorstandsmitglied der laizistischen "Initiative
Religion ist Privatsache" ist, lässt diese Argumentationslinie nicht
gelten: "die von Muzicant betriebene Instrumentalisierung des
Holocaust für den Zweck der Legitimierung einer religiös motivierten
physischen sowie psychischen Körperverletzung von Babys ist mit
Holocaustleugnung gleichzusetzen" so Reif, der sich zudem verwundert
zeigte über die angebliche Befugnis Muzicants Aussagen zu treffen,
die für alle Juden Gültigkeit haben sollten: "Selbst in Israel, dem
einzigen jüdischen Staat der Welt, werden die Stimmen der
Beschneidungsgegner zunehmend hörbar. Egal ob es nun Herrn Muzicant
gefällt oder nicht: es gibt keinen absoluten jüdischen
Beschneidungskonsens".
Nicht zu unterschätzen ist laut Eytan Reif jedoch auch die Gefahr
der populistischen bzw. menschenfeindlichen Instrumentalisierung der
gegenwärtigen Debatte. Den Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler
(FPK), der die Beschneidung unlängst als "Genitalverstümmelung"
bezeichnete, und seinem Amtskollegen aus Vorarlberg, Marcus Wallner
(ÖVP), der auf Druck der FPÖ sich lediglich gegen die religiös
motivierte Beschneidung aussprach, betrachtet Reif als
"Diskussionstrittbrettfahrer, deren politische Motivation, sich nun
wortgewaltig für Menschenrechte einzusetzen, ernsthaft hinterfragt
werden sollte".
Rückfragehinweis:
Initiative Religion ist Privatsache,
office@religion-ist-privatsache.at, 0664-4614146
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