AKNÖ-Haneder zu Bildungsdebatte: "Jedes Kind hat eine faire Chance verdient"

Allein in Niederösterreich fehlen 40.000 ganztägige Schulplätze

Wien (OTS/AKNÖ) - AKNÖ-Präsident Hermann Haneder zeigt sich erfreut, dass sich Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl im heutigen "Kurier" für eine gemeinsame Schule aller 6- bis -14-Jährigen ausspricht. Dass mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem notwendig ist, darin zeigten sich die Sozialpartner einig, sagt Haneder. Die gemeinsame Schule allein wäre aber nur eine Teillösung. Ergänzt werden sollte das nach Ansicht des ArbeitnehmerInnenvertreters durch deutlich mehr ganztägige Schulplätze.

12.000 ganztägige Schulplätze gibt es in Niederösterreich. Für 50.000 wäre der Bedarf da, sagen die Eltern in einer Erhebung des Unterrichtsministeriums. Soll heißen: Es stehen viermal so viele niederösterreichische Schulkinder, die eine Ganztagesschule brauchen würden, ohne Betreuung am Nachmittag da als einen Platz haben. Ein grobes Missverhältnis, kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. "Man sollte auf die Eltern hören und das ganztägige Schulangebot flächendeckend ausbauen. Es gibt keine Argumente, die dagegen sprechen."

Nach Ansicht der AKNÖ-BildungsexpertInnen gleichen ganztägige Schulformen die sozialen Unterschiede zwischen Kindern besser aus als es die Halbtagsschulen tun, die in Österreich Standard sind. "Die Vergleiche mit Ländern, die auf Ganztagsschulen setzen, zeigen klar:
In einer Halbtagsschule kann kaum auf individuelle Stärken und Talente von Kindern eingegangen werden", sagt AKNÖ-Experte Günter Kastner. Das zeige sich auch darin, dass drei Viertel aller Eltern mit ihren Kindern für die Schule lernen müssen und trotzdem 110 Millionen Euro pro Jahr für Nachhilfe ausgeben. Das System Halbtagsschule lasse die soziale Schere im Bildungsbereich immer weiter aufgehen - und das drücke die Leistung des Schulsystems insgesamt. "Das verschwendet nicht nur die Talente von Kindern, es ist auch ein zunehmendes Problem für den Wirtschaftsstandort Österreich", sagt Kastner.

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder verweist darauf, dass auch führende WirtschaftsvertreterInnen diese Problematik erkannt hätten. "Man muss nur das Interview von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl im Kurier vom Montag lesen", sagt Haneder. "Wir greifen das Signal gerne auf und wollen alle Möglichkeiten aufgreifen, um soziale Ungerechtigkeiten im Bildungswesen zu beseitigen. Dazu gehört neben der gemeinsamen Schule der 6- bis 14-Jährigen auch die Ganztagsschule. Jedes Kind hat eine faire Chance verdient."

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