- 20.07.2012, 13:16:27
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Cortolezis-Schlager: Zugangsmanagement an Medizinischen Universitäten führt zu höheren AbsolventInnenquoten
Rasinger: Rahmenbedingungen für MedizinabsolventInnen verbessern, um Abwanderung entgegen zu wirken
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Gerade am Beispiel der medizinischen
Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck zeigt sich, dass
Zugangsregelungen zu höheren Absolventenzahlen und besseren
Bedingungen führen, sagte heute, Freitag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin
Abg. Mag. Katharina Cortolezis-Schlager anlässlich der Präsentation
der Ärztebedarfsstudie. Sie verwies darauf, dass laut
Universitätsbericht an der Medizinischen Universität Graz die
AbsolventInnenzahl von 2006/07 zu 2009/10 um 68,3 Prozent und an der
Medizinischen Universität Innsbruck um 35,4 Prozent gestiegen ist.
"Damit wurde das Ziel, mehr AbsolventInnen zu haben, erreicht",
zeigte sich die Abgeordnete erfreut.
"Die Studie belegt deutlich, dass es zusätzlich die Fortsetzung der
Quotenregelung braucht, um die medizinische Versorgung in Österreich
sicherstellen zu können." Denn: Laut Umfragen wollen 75 Prozent der
deutschen Medizinstudierenden nach ihrem Studium in Österreich ins
Ausland. "Ich befürworte daher die Bestrebungen von
Wissenschaftsminister Töchterle, das Moratorium zur Medizinerquote,
nach dem 75 Prozent der Plätze für Studienanfänger mit
österreichischer Reifeprüfung reserviert sind, zu verlängern", so die
Abgeordnete.
"Im Rahmen der Leistungsvereinbarungen wird es wichtig sein, den
Universitäten die Chance zu geben, über ein Zugangsmanagement zu
verfügen, um die Studienbedingungen zu verbessern und letztendlich
den Output weiter zu erhöhen", unterstützt die
ÖVP-Wissenschaftssprecherin den Wissenschaftsminister, hier weiterhin
entsprechend tätig zu sein.
"Wir können auch auf die exzellente und qualitativ hochwertige
Forschungsarbeit an den medizinischen Universitäten mit Recht stolz
sein. Sie haben sich zu bedeutenden Spitzenforschungsinstitutionen in
Europa entwickelt. Diese Universitäten haben in den vergangenen
Jahren auch die notwendigen Schritte in die Zukunft der medizinischen
Ausbildung gesetzt. Wir müssen alles daran setzen, damit es auch so
bleibt und die hohe Qualität gehalten werden kann", schloss
Cortolezis-Schlager.
Rasinger: Derzeit regelrechte Ärztevölkerwanderung
Wichtig sei es auch, die Rahmenbedingungen für ÄrztInnen zu
verbessern, um der Abwanderung entgegen zu wirken. Derzeit gebe es in
Europa eine regelrechte Völkerwanderung von ÄrztInnen, besonders in
Richtung Schweiz, Deutschland und nordische Staaten. Auch gebe es in
Österreich regional große Unterschiede in der Versorgung. "Österreich
droht in den nächsten zehn Jahren ein Hausärztemangel, da die
Rahmenbedingungen schlichtweg unattraktiv sind. Deshalb wurde von mir
schon vor vier Jahren in das Regierungsprogramm die Erstellung eines
Hausarztmodells durch Gesundheitsministerium und Sozialversicherung
gefordert. Beispiele gibt es in Europa ja genug, von England bis
Baden Württemberg. Leider hat Minister Stöger bis heute diesen Ball
nicht aufgegriffen", so ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin
Rasinger.
Er verwies auf die um bis zu 50 Prozent geringere Bezahlung der
Hausärzte, die hohe Bürokratie und die zum Teil sehr schlechte
Ausbildung im Spital. Daher habe er als ÖVP-Gesundheitssprecher auch
auf das im Regierungsprogramm enthaltene Hausarztmodell gedrängt.
Rasinger appellierte an den Gesundheitsminister, dieses endlich
umzusetzen. "Sonst drohen uns massive Unterversorgungen ganzer
Landstriche wie es in den Ostgebieten Deutschlands schon Faktum ist",
befürchtet der ÖVP-Abgeordnete.
Auch gebe es die Demografie zu berücksichtigen. "Gesundheit wird
weiblich", so der Gesundheitssprecher. Bei den Turnusärzten betrage
der Frauenanteil 60 Prozent. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
spielt daher eine größere Rolle. Eltern von mehreren Kindern ist es
nicht zumutbar, dass sie rund um die Uhr als ÄrztInnen zur Verfügung
stehen. Hier brauchen wir ein vermehrtes Problembewusstsein", so der
ÖVP-Gesundheitssprecher in Richtung des Gesundheitsministers. Die
hohe Burnoutrate der Ärzte sei hier ein warnendes Beispiel.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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