Maier: Auch im Jahr 2011 starker Anstieg bei Berg- und Wanderunfällen (Alpinunfällen)

Männer bei Alpinunfällen gefährdeter als Frauen

Wien (OTS/SK) - "In den letzten Wochen wurde in den Medien wieder über zahlreiche schreckliche Unfälle in den Bergen berichtet. So verunglückten etwa Anfang Juli zwei Männer und eine Frau am Dachstein, zwei davon tödlich. Die Serie schwerer Alpinunfälle nimmt kein Ende. 2011 stiegen die Unfälle wieder eklatant an - von 7.165 im Jahr 2010 auf 8.180", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier zur Anfragebeantwortung seiner parlamentarischen Anfrage zu "Alpinunfälle: Wander- und Bergunfälle in Österreich 2011" durch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. ****

Als Alpinunfälle werden nach Auskunft des BMI allgemein alle Ereignisse und Notfälle im alpinen Raum bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise Unfälle beim Wandern und Bergsteigen, bei Hochtouren, beim Klettern, bei Wildwassertouren (Canyoning, Rafting), bei Skitouren und andere Bergsportdisziplinen. Eingeschlossen sind Unfälle im organisierten Skiraum, wobei hier von der Alpinpolizei nur Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden (meist Kollisionsunfälle), tödliche Unfälle, sowie Lawinen- und Liftunfälle erhoben und statistisch erfasst werden. Die tatsächlichen Unfallzahlen dürften deutlich höher liegen, dazu gibt es aber keine Statistiken, nur Schätzungen, so Maier.

Die Alpinunfälle - mit denen die Alpinpolizei befasst war - haben im Jahr 2011 von 7.165 (2010) auf 8.180 zugenommen. Dies stellt eine Steigerung von 14,17 Prozent (2009: 6.560) dar. Diese Unfälle führten insgesamt zu 163 Alpintoten (2010: 137). Im Bundesland Salzburg stiegen die Alpinunfälle um 28,78 Prozent von 1.164 (2010) auf 1.499 Alpinunfälle (2009: 1.008). Im Bundesländervergleich gab es die meisten Alpinunfälle in Tirol (3.682).

1.472 von der Alpinpolizei erfasste Unfälle sind auf Wandern und Bergsteigen zurückzuführen. Dabei gab es 1.004 verletzte Personen, 111 Personen fanden dabei den Tod. Von den Verletzten kamen 535 aus dem Ausland, von den Todesopfern waren es 48. In der Schweiz gab es im selben Jahr 97 Todesfälle (Bergwandern und Hochtouren).

Risikogruppen bei Wander- und Bergunfällen sind nach den Verletztenzahlen die Altersklassen 41 bis 60 Jahre. Die meisten Todesopfer waren 51 bis 60 und 61 bis 71 Jahren alt. Insgesamt haben sich 2011 mehr Frauen als Männer beim Wandern verletzt (520:482), zu Tode sind aber viel mehr Männer gekommen als Frauen (99:12). Nach Geschlechtern zeigt sich, dass sich 2011 mehr Frauen als Männer beim Wandern verletzt (580:482) haben. Alle anderen Alpinunfälle sind jedoch "männerdominiert". Das zeigt sich auch daran, dass deutlich mehr Männer als Frauen (99:12) zu Tode gekommen sind.

Gestiegen sind die Todesfälle beim Wandern und Bergsteigen nach einem internen Vorfall (Herzinfarkt etc.). Von 39 (2010) auf 50 Todesfälle (2009: 44). Zum Vergleich gab es in der Schweiz in diesem Jahr 47 Todesfälle. 22 Todesfälle betrafen Nicht-österreichische Staatsbürger.

Beim Sportklettern gab es einen Rückgang von 37 (2010) auf 34 Unfälle. Es gab 37 Verletzte (2010: 36) und einen Todesfall (2010:
1). 3 Todesfälle gab es in der Schweiz. In Salzburg gab es 4 Unfälle (2010: 2) mit 4 Verletzten (2010: 2).

Beim Eisklettern sind die Unfälle von 16 (2010) auf 8 Unfälle zurückgegangen. Es gab 10 Verletzte, davon waren 4 Personen Nicht-österreichische Staatsbürger. Beispielsweise in Salzburg gab es 2 Unfälle (2010: 8) mit 3 verletzten Sportlern (2010: 5).

Die Unfälle beim Gleitschirmfliegen haben von 147 (2010) auf 191 zugenommen (2009: 143, 2008: 133). Es gab dabei 126 verletzte Sportler (2010: 107, 2009: 110, 2008: 87) und 8 Tote (2010: 3, 2009:
7, 2008: 4). 58 verletzte Sportler kamen aus dem Ausland (2010: 58, 2009: 71, 2008: 45). 6 der 8 tödlich verunfallten Gleitschirmflieger kamen aus dem Ausland. 25 Unfälle (2010: 19) mit 16 Verletzten (2010:
13) und 4 tödlich verunglückte Gleitschirmflieger gab es beispielsweise in Salzburg (2010: 0).

Die neue Trendsportart Mountainbiking fordert immer mehr Opfer -die Zahl der Unfälle hat von 273 (2010) auf 325 zugenommen (2009:
222). Das entspricht einer Steigerung um 19,05 Prozent. Dementsprechend haben auch die Verletztenzahlen um 21,74 Prozent zugenommen (von 253 auf 308). 106 verletzte Sportler waren nicht österreichische Staatsbürger. Die Todesfälle haben sich halbiert, es gab im Jahr 2011 einen Rückgang von 8 auf 4 tödlich verunglückte Mountainbiker. In Salzburg gab es 23 Unfälle (2010:12) mit 19 Verletzten (2010: 9) und einem Todesfall (2010: 3).

"Generell ist es empfehlenswert, neben der notwendigen körperlichen Fitness, sich vor einer Tour gut zu informieren, und zu planen", so der Appell Maiers.

Downloadmöglichkeit der parlamentarischen Anfrage und Beantwortung:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11325/imfname_249036.pdf

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_11136/imfname_254775.p
df (Schluss) sl/sv

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