- 20.07.2012, 10:46:16
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Maier: Auch im Jahr 2011 starker Anstieg bei Berg- und Wanderunfällen (Alpinunfällen)
Männer bei Alpinunfällen gefährdeter als Frauen
Wien (OTS/SK) - "In den letzten Wochen wurde in den Medien wieder
über zahlreiche schreckliche Unfälle in den Bergen berichtet. So
verunglückten etwa Anfang Juli zwei Männer und eine Frau am
Dachstein, zwei davon tödlich. Die Serie schwerer Alpinunfälle nimmt
kein Ende. 2011 stiegen die Unfälle wieder eklatant an - von 7.165 im
Jahr 2010 auf 8.180", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann
Maier zur Anfragebeantwortung seiner parlamentarischen Anfrage zu
"Alpinunfälle: Wander- und Bergunfälle in Österreich 2011" durch
Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. ****
Als Alpinunfälle werden nach Auskunft des BMI allgemein alle
Ereignisse und Notfälle im alpinen Raum bezeichnet. Darunter fallen
beispielsweise Unfälle beim Wandern und Bergsteigen, bei Hochtouren,
beim Klettern, bei Wildwassertouren (Canyoning, Rafting), bei
Skitouren und andere Bergsportdisziplinen. Eingeschlossen sind
Unfälle im organisierten Skiraum, wobei hier von der Alpinpolizei nur
Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden (meist Kollisionsunfälle),
tödliche Unfälle, sowie Lawinen- und Liftunfälle erhoben und
statistisch erfasst werden. Die tatsächlichen Unfallzahlen dürften
deutlich höher liegen, dazu gibt es aber keine Statistiken, nur
Schätzungen, so Maier.
Die Alpinunfälle - mit denen die Alpinpolizei befasst war - haben
im Jahr 2011 von 7.165 (2010) auf 8.180 zugenommen. Dies stellt eine
Steigerung von 14,17 Prozent (2009: 6.560) dar. Diese Unfälle führten
insgesamt zu 163 Alpintoten (2010: 137). Im Bundesland Salzburg
stiegen die Alpinunfälle um 28,78 Prozent von 1.164 (2010) auf 1.499
Alpinunfälle (2009: 1.008). Im Bundesländervergleich gab es die
meisten Alpinunfälle in Tirol (3.682).
1.472 von der Alpinpolizei erfasste Unfälle sind auf Wandern und
Bergsteigen zurückzuführen. Dabei gab es 1.004 verletzte Personen,
111 Personen fanden dabei den Tod. Von den Verletzten kamen 535 aus
dem Ausland, von den Todesopfern waren es 48. In der Schweiz gab es
im selben Jahr 97 Todesfälle (Bergwandern und Hochtouren).
Risikogruppen bei Wander- und Bergunfällen sind nach den
Verletztenzahlen die Altersklassen 41 bis 60 Jahre. Die meisten
Todesopfer waren 51 bis 60 und 61 bis 71 Jahren alt. Insgesamt haben
sich 2011 mehr Frauen als Männer beim Wandern verletzt (520:482), zu
Tode sind aber viel mehr Männer gekommen als Frauen (99:12). Nach
Geschlechtern zeigt sich, dass sich 2011 mehr Frauen als Männer beim
Wandern verletzt (580:482) haben. Alle anderen Alpinunfälle sind
jedoch "männerdominiert". Das zeigt sich auch daran, dass deutlich
mehr Männer als Frauen (99:12) zu Tode gekommen sind.
Gestiegen sind die Todesfälle beim Wandern und Bergsteigen nach
einem internen Vorfall (Herzinfarkt etc.). Von 39 (2010) auf 50
Todesfälle (2009: 44). Zum Vergleich gab es in der Schweiz in diesem
Jahr 47 Todesfälle. 22 Todesfälle betrafen Nicht-österreichische
Staatsbürger.
Beim Sportklettern gab es einen Rückgang von 37 (2010) auf 34
Unfälle. Es gab 37 Verletzte (2010: 36) und einen Todesfall (2010:
1). 3 Todesfälle gab es in der Schweiz. In Salzburg gab es 4 Unfälle
(2010: 2) mit 4 Verletzten (2010: 2).
Beim Eisklettern sind die Unfälle von 16 (2010) auf 8 Unfälle
zurückgegangen. Es gab 10 Verletzte, davon waren 4 Personen
Nicht-österreichische Staatsbürger. Beispielsweise in Salzburg gab es
2 Unfälle (2010: 8) mit 3 verletzten Sportlern (2010: 5).
Die Unfälle beim Gleitschirmfliegen haben von 147 (2010) auf 191
zugenommen (2009: 143, 2008: 133). Es gab dabei 126 verletzte
Sportler (2010: 107, 2009: 110, 2008: 87) und 8 Tote (2010: 3, 2009:
7, 2008: 4). 58 verletzte Sportler kamen aus dem Ausland (2010: 58,
2009: 71, 2008: 45). 6 der 8 tödlich verunfallten Gleitschirmflieger
kamen aus dem Ausland. 25 Unfälle (2010: 19) mit 16 Verletzten (2010:
13) und 4 tödlich verunglückte Gleitschirmflieger gab es
beispielsweise in Salzburg (2010: 0).
Die neue Trendsportart Mountainbiking fordert immer mehr Opfer -
die Zahl der Unfälle hat von 273 (2010) auf 325 zugenommen (2009:
222). Das entspricht einer Steigerung um 19,05 Prozent.
Dementsprechend haben auch die Verletztenzahlen um 21,74 Prozent
zugenommen (von 253 auf 308). 106 verletzte Sportler waren nicht
österreichische Staatsbürger. Die Todesfälle haben sich halbiert, es
gab im Jahr 2011 einen Rückgang von 8 auf 4 tödlich verunglückte
Mountainbiker. In Salzburg gab es 23 Unfälle (2010:12) mit 19
Verletzten (2010: 9) und einem Todesfall (2010: 3).
"Generell ist es empfehlenswert, neben der notwendigen
körperlichen Fitness, sich vor einer Tour gut zu informieren, und zu
planen", so der Appell Maiers.
Downloadmöglichkeit der parlamentarischen Anfrage und Beantwortung:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11325/imfname_249036.pdf
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_11136/imfname_254775.p
df (Schluss) sl/sv
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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