mumok Direktorin Karola Kraus zum Ableben von Walter Pichler

Wien (OTS) - Walter Pichler gehörte zu jenen prägenden Künstlerpersönlichkeiten, die trotz internationaler Erfolge weitgehend unbeirrt vom Kunst- und Ausstellungsbetrieb ihr Werk konsequent entwickelt haben. Ebenso wenig wie sich Pichler den Prozeduren des Kunstmarktes unterwarf, hat er sich auf konventionelle Werkkategorien einschränken lassen. Er entwickelte sein zeichnerisches, malerisches und skulpturales Werk immer in engster Beziehung zur Architektur und zu räumlich funktionalen Parametern. In den 1960er-Jahren war er einer der wichtigsten Vertreter einer traditionskritischen Neoavantgarde, die den Umbruch im Gesellschaftlichen und Künstlerischen durch eine neue architektur-und körperbezogene Skulptur bzw. eine offen kreative Architektur einforderten. Dieser Form der interdisziplinären Grenzüberschreitung blieb der Künstler auch nach seinem, Anfang der 1970er-Jahre vollzogenen Rückzug ins burgenländische St. Martin an der Raab treu. Mit großer Konsequenz entwarf und realisierte er dort einen eigenen architektonisch-skulpturalen Kosmos, der bei aller persönlichen Obsession zugleich auch ein kultisch-kollektives Kunstverständnis zum Ausdruck bringt. In der Ausstellung "Mind Expanders - Performative Körper um '68", die 2009 im mumok stattfand, war Pichler eine der tragenden Persönlichkeiten, die dem zeitgenössischen Kunstgeschehen neue Impulse verliehen. Mit ihm verliert die österreichische Kunstszene einen ihrer zentralen Erneuerer und eines ihrer markantesten Bindeglieder zur internationalen Avantgarde.

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