ÖAMTC über "Nein" zum Grazer Fahrverbot: Bevölkerung will keine "Effekthascherei" sondern echte Lösungen

Bürger erteilen effektloser und unsozialer Maßnahme klare Absage

Wien (OTS) - Die Bürgerbefragung in Graz ist abgeschlossen. Das Ergebnis kommt für den ÖAMTC nicht überraschend: Rund 70 Prozent der Grazer sind gegen die Einführung eines Fahrverbotes in ihrer Stadt und im Umland. "Das ist eine deutliche Absage. Die Menschen haben erkannt, dass Fahrverbote bloße Effekthascherei sind und nicht wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität beitragen können", sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. "Jetzt ist es an den Verantwortlichen, dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen und Alternativen zu finden."

Denn nicht nur in Graz, auch in anderen österreichischen Städten wie Linz und Wien wird über Fahrverbotszonen nachgedacht. "Der ÖAMTC steht Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität immer positiv gegenüber", stellt Wiesinger klar. "Der Straßenverkehr verursachte 2010 aber nur rund fünf Prozent der Feinstaubemissionen in Österreich. Hausbrand war hingegen die Ursache für 40 Prozent der Feinstaubbelastung, die Industrie zeichnete für 34 Prozent verantwortlich. Es kann daher nicht sein, dass nur Autofahrer belastet und durch Einführung von Fahrverboten quasi kalt enteignet werden." Ein Fahrverbot, wie es in Graz geplant war, würde rund 34 Prozent des österreichischen Fahrzeugbestandes.

ÖAMTC regt Gespräche über Alternativlösungen an

Auch wenn die Bürgerbefragung in Graz ein klares "Nein" zu Fahrverboten gebracht hat, ignoriert der Club nicht, dass eine Verbesserung der Luftqualität wichtig ist. "Um dieses Ziel zu erreichen wären ganz gezielte Maßnahmen wesentlich effektiver und gerechter als eine 'Sippenhaftung' für Autofahrer", hält der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung fest. Emissionen können heute - etwa mit Infrarottechnologie - schon direkt bei der Vorbeifahrt eines Pkw gemessen werden. "Damit wäre es möglich, Verursacher schlechter Luft sofort aus dem Verkehr zu ziehen - unabhängig von der Abgasnorm, nach der ein Auto zugelassen ist", so Wiesinger. Denn ein defektes oder schlecht eingestelltes Auto kann mehr als das Hundertfache an Schadstoffen eines gut gepflegten Fahrzeugs emittieren. Aber auch ein Verbot älterer Baumaschinen oder älterer Lkw, wie in der Steiermark von den Sozialpartnern gefordert, wäre als zielgerichtete Massnahme sinnvoll.

Die effektivste Möglichkeit, die Feinstaubbelastung verursachergerecht einzudämmen, wäre die Schaffung von Anreizen, auf alternative Heizformen umzusteigen. "In Kombination mit modernen Filtersystemen für die Industrie könnten so die Emissionen entscheidend verringert werden. Insbesondere in der Heizperiode, in der es die meisten Feinstaub-Überschreitungstage gibt, wäre eine solche Umstellung eine echte Verbesserung", erklärt der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Schließlich sollte der öffentliche Verkehr deutlich ausgebaut werden. "Wenn keine attraktiven Alternativen zum eigenen Pkw bestehen, wird sich am Mobilitätsverhalten nichts ändern", ist der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung überzeugt.

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