Klatschpresseverbund Teil 3: "Österreich" und GS Rauch neue Mitglieder

Man kann schon sehr nachdenklich werden, wenn man beobachtet, wie mehrere österreichische Tageszeitungen scheinbar "Stille Post" spielen.

Wien (OTS) - Wie bei dem berühmten Spielchen zum Thema Probleme
der Kommunikation flüstert eine Person der nächsten einen Satz ins Ohr - in unserem Beispiel war das Gemeinderat Dr. Wolfgang Ulm, der wieder einmal seine "Satzerl" zu den Frühpensionierungen der Wiener Gemeindebeamten den Tageszeitungen zuflüsterte.

Zuerst berichteten "Kronen Zeitung" und "Heute" über die "sensationelle" Nachricht, dass heuer möglicherweise ein Rekord an Frühpensionierungen bei den Wiener Gemeindebeamten erreicht werden könnte. Die Nachricht ist nicht wirklich sensationell, weil einerseits Schwankungen bei solchen statistischen Daten üblich sind und andererseits die aktuelle Halbjahreszahl keineswegs ein Rekordergebnis darstellt.

Am darauffolgenden Tag wurde die Geschichte durch "Die Presse" weiter erzählt - selbstverständlich angereichert mit ein paar neuen Aspekten wie z. B. dem "hinkenden" Vergleich mit den Bundesbeamten und einer " Experteneinschätzung" vom Generalsekretärs des ÖVP-Seniorenbundes, Heinz Becker, der meinte, dass die fehlenden Wiener Pensionsreformen ein "Pensionsraub" an jenen sind, die das System finanzieren müssen.

Heute wurde die nächste Runde des "Spielchens" durch "Österreich" gespielt. Und wie bei der "Stillen Post" werden die Aussagen immer kurioser. Der nicht genannte Redakteur vergleicht in diesem Beitrag das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der aus gesundheitlichen Gründen in Frühpension übergetretenen Wiener Gemeindebeamten mit der Durchschnittszahl aller pensionierten Bundesbeamten.

Das ist an "Klatsch"-Niveau fast nicht mehr zu übertreffen -dachte ich jedenfalls. Bis ich "Die Presse" in die Hand nahm und die Aussagen des Generalsekretärs der ÖVP las. Hannes Rauch meinte dort, dass diese Wiener Frühpensionierungen ein "Affront gegenüber allen anderen Arbeitnehmern, die Tag für Tag fleißig arbeiten", sind.

Wenngleich einzelne Missbrauchsfälle bei diesen Frühpensionierungen nicht auszuschließen sind, wie übrigens auch bei den Invaliditätspensionen der Privatbeschäftigten, so ist dennoch festzuhalten, dass die weit überwiegende Mehrheit dieser Kolleginnen und Kollegen jahrzehntelang sehr gute Arbeit in oftmals schwierigen Berufen geleistet haben und jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Andere leiden an schwersten Krankheiten und mussten in jüngeren Jahren ihre Erwerbstätigkeit einstellen - was für diese Menschen mitunter wirklich tragisch verläuft.

Werter Herr Generalsekretär, Sie sollten sich schämen. Polemik mag im Spiel zwischen den Parteien einen gewissen Unterhaltungswert haben, aber bei einem derart sensiblen Thema erwarte ich mir ein anderes Niveau.

Da ich mittlerweile die Hoffnung aufgegeben habe, dass die Serie an Klatsch und Bullshit über die angeblichen Privilegien der Wiener Gemeindebediensteten abreißt, warte ich auf die nächsten Meldungen im Zuge des "Stille-Post-Spielchens" und arbeite an meiner Gelassenheitskompetenz.

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Kurt Obermülner, MAS (Mediation)
Vorsitzender
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in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - Wien
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