WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wir sind mitten in der ersten Reiseetappe - von Esther Mitterstieler

Arbeiten ohne Scheuklappen ist ein gewinnbringendes Erlebnis

Wien (OTS) - Man mag es drehen und wenden, wie man will:
Österreich hat zwar in einigen Standortrankings an Bedeutung verloren. Es gibt aber keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Immerhin befinden wir uns zumindest unter den zehn Ländern der Welt, die am meisten Wohlstand haben. Um ebendiesen zu erhalten, bedarf es allerdings einiger Veränderung. Nun gibt es die Initiative "Unternehmen Österreich 2025", die Österreich fit für die Zukunft machen will. Klingende Namen sitzen hier in einem Boot, unter anderem Wifo-Chef Karl Aiginger, Infineon-Vorstandsvorsitzende Monika Kircher, Siemens-Boss Peter Löscher, Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder, Deloitte-Österreich-Chef Bernhard Gröhs, IBM-Österreich-Geschäftsführerin Tatjana Oppitz und Robert Kremlicka, Österreich-Chef von AT Kearney. Mit den letzten drei haben wir ein exklusives Gespräch geführt - und einige konkrete Vorschläge herausfiltern können (Seite 2 und 3). Das Schöne an der Initiative:
Sie ist parteiunabhängig, auch wenn sie ÖVP-Chef Michael Spindelegger angestoßen hat.

Die politische Vielfalt, für die die Manager stehen, spiegelt sich in der Arbeit der 20 Expertengruppen wider: Da wird nicht um politisches Kleingeld gezankt, da wird inhaltlich für den Standort gearbeitet. Themen wie Bildung, Standort, Infrastruktur werden durchleuchtet. Diskutiert wird ohne Scheuklappen. Etwa: Braucht es in Wien überhaupt eine eigenständige Börse oder nicht? Im Moment ist der Konsens: ja. Klar ist aber auch: Es muss ihr Leben durch Liquidität eingehaucht werden, etwa über Privatisierungen. Da würden sich einige öffentliche Unternehmen anbieten, wobei Land oder Staat die Sperrminorität halten sollten.

Eine besonders schöne Idee der Initiative ist eine neue Form der Finanzierung für KMU, die dringend nötig ist. Das könnte über Finanzierungs AGs oder eigene Anleihenklassen auf Basis eines KMU-Ratings funktionieren. Und die zahlreichen Unternehmen, die zum Wirtschaftswachstum und Wohlstandserhalt in Österreich beitragen, hätten eine bessere finanzielle Basis. Im Bildungsbereich ist ein modernes, einheitliches Lehrerdienstrecht gefordert, mit leistungsorientierter Bezahlung und korrigiertem Urlaubsanspruch wie bei allen anderen arbeitenden Menschen. Das Gute an der Initiative ist genau das. Es wird konkret und pragmatisch über unsere Zukunft nachgedacht. Bleibt die Hoffnung, dass sich zumindest einige Ideen davon in der Realität umsetzen lassen. Vorerst hat die Initiative gerade eine erste Reiseetappe erreicht.

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