"kreuz und quer" am 17. Juli: "Adam's Peak - Zwischen Himmel und Erde"

Außerdem: "Dem Himmel so nah - das Phänomen Bergmessen"

Wien (OTS) - Es sind immer ganz besondere Orte - Orte voller Geschichten, Legenden und Mythen -, die den österreichischen Schriftsteller Christoph Ransmayr anziehen. Er besucht sie, erforscht sie und verarbeitet die Eindrücke seiner Reisen in seinen Romanen. Vor Kurzem hat er sich nach Sri Lanka aufgemacht, um den Adam's Peak - den heiligen Berg - zu besteigen. Robert Neumüller hat Christoph Ransmayr mit der Kamera begleitet, seine Dokumentation "Adam's Peak -Zwischen Himmel und Erde" zeigt "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 17. Juli 2012, um 22.30 Uhr in ORF 2.

Bergmessen locken jedes Jahr Tausende auf die heimischen Gipfel. Unter ihnen Menschen, die schon lange keinen Gottesdienst in einer Kirche mehr erlebt haben. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Bergmessen? Dieser Frage geht Fritz Kalteis in der "kreuz und quer"-Dokumentation "Dem Himmel so nah - Das Phänomen Bergmessen" um 23.20 Uhr in ORF 2 nach.

"Adam's Peak - Zwischen Himmel und Erde" - Ein Film von Robert Neumüller

Der Adam's Peak in Sri Lanka, der wegen der Myriaden kleiner Schmetterlinge, die im Frühling zum Adam's Peak geweht werden auch als "Schmetterlingsberg" bekannt ist, nimmt unter den heiligen Bergen der Welt eine Sonderstellung ein. Schon seit Urzeiten wird der Adam's Peak verehrt. Bereits den Ureinwohnern der Insel, den Vaddas, galt er als heilig. Unzählige Menschen besteigen täglich den 2.243 Meter hohen Berg. Auf dem Gipfel des Berges befindet ein bewohntes Kloster, in dem ein 1,8 Meter langer Fußabdruck zu sehen ist. Buddhisten glauben, es sei der Fußabdruck Buddhas, Muslime sind der Meinung, es sei der Fußabdruck Adams, der nach der Vertreibung aus dem Paradies hier Buße getan haben soll. Hindus sagen, es ist Shivas Berg des Lichts, und Christen glauben, dass der Apostel Thomas am Gipfel des Berges seinen Fußabdruck hinterlassen habe. Der Abdruck - Sri Pada genannt, "Der edle Fuß" - soll im ersten Jahrhundert vor Christus von König Valagama Bahu entdeckt worden sein, der von einem Hirsch dorthin geführt worden war. Wahrscheinlich fanden sich bald darauf die ersten Pilger dort ein, nach gesicherter Erkenntnis jedoch mindestens seit dem Ende des zehnten Jahrhunderts, als König Vijaya Bahu I. dort Pilgerunterstände bauen ließ.

Zwischen vier und sechs Stunden dauert der Aufstieg. Rund 9.000 Stufen müssen die Pilger, die nachts unterwegs sind, um zum Sonnenaufgang am Ziel zu sein, überwinden. Für den österreichischen Autor Christoph Ransmayr war es nach fast 20 Jahren der zweite Versuch, den Berg im zentralen Hochland Sri Lankas zu besteigen. Die Fülle an mythischen Gründungslegenden veranlasst ihn, sich intensiver mit dem Berg auseinanderzusetzen und so begegnet er, über die vielen Menschen, die mit dem Berg verbunden sind, einem schier endlosen Schatz an Geschichten. In Christoph Ransmayrs neuem Buch "Atlas eines ängstlichen Mannes", das im Herbst erscheint, wird auch eine Geschichte von seinen Erlebnissen und Eindrücken am Adam's Peak berichten.

"Dem Himmel so nah - das Phänomen Bergmessen" - Ein Film von Fritz Kalteis

Langsam steigt Peter Roland zur Planspitze im Gesäuse hoch. 1.500 Höhenmeter sind es vom Ennstal bis zu "seinem" Berg. Das Gipfelkreuz haben er und seine Freunde vor 44 Jahren gebaut, hinaufgetragen und aufgestellt. Seither kehrt der evangelische Lektor jeden Herbst zurück, um mit den Freunden von damals eine stille Andacht zu halten und Danke zu sagen für zahllose heil überstandene Bergtouren. Am Ötscher hingegen herrscht Hochbetrieb: Hunderte drängeln sich am Lift, am Schutzhaus brutzelt Schweinsbraten im Ofen, Bierfässer werden angeschlossen und die Musikanten fliegen mit dem Helikopter zum Gipfel. Eine Bergmesse ist angesagt - und damit der wichtigste Tag in der kurzen Sommersaison des kleinen Wintersportortes.

Zwei Orte, zwei Bergmessen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dennoch beides Ausprägungen desselben Phänomens. Bergmessen locken jedes Jahr Tausende auf die heimischen Gipfel. Unter ihnen Menschen, die schon lange keinen Gottesdienst in einer Kirche mehr erlebt haben. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Bergmessen?

Am Ötscher geht eine Ära zu Ende: Der alte Ötscherpfarrer Roman Sinnhuber wird nach 30 Jahren erstmals im Tal bleiben, während sein Nachfolger seine erste Bergmesse vorbereitet. Gegen Frohsinn auf der Hütte hatte der bodenständige Priester nie was einzuwenden. "Evangelium heißt ja frohe Botschaft. Und ein Christ kann ja auch ein froher Mensch sein." Weil: "Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein trauriger Heiliger." Die Lackenhofer nehmen es wörtlich und betten die Bergmesse in ein Rahmenprogramm ein - zum ersten Mal haben sie in Print und Radio Werbung gemacht.

Der Theologe Dr. Wolfgang Treitler sieht das kritisch: "Das ist eine Sache, die, glaube ich, am Kern völlig vorbeigeht. Eucharistie ist kein Massenevent, kein Massenerlebnis, wo man sich 'dullioöh' gleichsam durch die Gegend singt, sondern das ist der Kernpunkt christlichen Daseins." Bergmessen im Spannungsfeld zwischen Bier und Predigt: Eine Reportage über die Faszination Berge und was wir daraus machen.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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