Kriminalitätsentwicklung in Österreich: Einbruch und Diebstahl gehen zurück, IT-Kriminalität als die größte Herausforderung

Wien (OTS) - Die aktuelle Kriminalstatistik des 1. Halbjahres 2012 zeigt, dass der zu Jahresbeginn aufgezeigte Trend weiter anhält: die Zahlen beim Einbruchs- und Kfz-Diebstahl gehen zurück! Die Kriminalität im Netz nimmt weiter zu und schlägt sich deutlich in den Gesamtzahlen nieder. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2011 ist daher die Gesamtkriminalität von 257.486 Anzeigen um 2,9 Prozent auf 264.931 im ersten Halbjahr 2012 leicht angestiegen.

Trotz des geringen Anstiegs bleibt die Kriminalität im ersten Halbjahr 2012 etwa konstant auf dem niedrigen Niveau seit 2010 im Vergleich zu den Kriminalitätsbelastungszahlen bis 2009. Ab diesem Zeitpunkt wurden besondere strategische Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung wie die SOKO Ost gesetzt und so die Belastungszahlen um rund 10 Prozent gesenkt.

Konstant hoch bleibt die Anzahl der geklärten Fälle in Österreich: so konnten im ersten Halbjahr des Jahres 2012 111.027 Fälle geklärt werden. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es um 0,1 Prozent mehr, nämlich exakt 110.954 geklärte Anzeigen.

Die Aufklärungsquote liegt damit im 1. Halbjahr 2012 bei 41,9 Prozent und somit 1,1 Prozentpunkte unter dem Rekordwert im Halbjahr 2011 (43,1 Prozent), jedoch 2,3 Prozentpunkte über dem Vergleichshalbjahr 2010 (39,6 Prozent). Eine besondere Herausforderung im Bereich der Aufklärungsarbeit stellen die vielen Betrugsversuche via Internet dar. Hier agieren die Täter auf der ganzen Welt verschlüsselt und anonym.

Konstanter Tiefstand beim Kfz-Diebstahl, Rückgang bei Einbrüchen

Mit 2.020 Anzeigen im Bereich des Diebstahls von Kraftfahrzeugen bleibt dieses Delikt seit drei Jahren konstant tief. Waren es im ersten Quartal 2003 noch 2.770 und im Vergleichszeitraum 2009 noch 4.471 angezeigte Delikte, so wurden in den ersten sechs Monaten 2012 in gesamt Österreich um 361 Kraftfahrzeuge weniger gestohlen als 2011 (2.381 Anzeigen). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern. Seit dem Jahr 2009 sind die Zahlen auf konstant niedrigem Terrain: waren es im ersten Halbjahr 2010 8.051 und 2011 8.309 Anzeigen, so sind im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 8.260 Anzeigen bei der Polizei eingegangen, was einem Rückgang um 0,6 Prozentpunkte bedeutet.

IT-Kriminalität steigt um mehr als 100 Prozent

Im ersten Halbjahr 2012 wurden in Österreich im Bereich der gesamten IT-Kriminalität 4.293 Delikte zur Anzeige gebracht, was einer Verdoppelung der Zahlen bedeutet. (1. Halbjahr 2011: 2.143 Anzeigen). Einen Anstieg gibt es erneut in beinahe allen Delikten: so ist Phishing um 328 Prozent von 45 auf 193 und Hacking um über 143 Prozent von 101 auf 246 Anzeigen im ersten Halbjahr 2012 angestiegen. Weiterhin zunehmend sind auch die Betrugsdelikte im Internet und mittels neuer Technologien: so ist der Betrug durch Missbrauch des Internets von 797 auf 1.606 Anzeigen, der Betrug bei Internetauktionen von 688 auf 907 Anzeigen, der Betrug durch/mit Kreditkarten von 380 auf 467 Anzeigen und der Betrug durch Mobiltelefone von 379 auf 702 Anzeigen gestiegen. Seitens des Innenministeriums werden hier auf allen Ebenen zahlreiche Schwerpunkte gesetzt, um dieser Form der Kriminalität durch Sensibilisierung, Prävention und Repression entgegenzutreten. Beginnend beim Aufbau internationaler Netzwerke über die Einrichtung des Cybercrime-Kompetenzzentrums ("C4") bis hin zu den Spezialisten in den Landeskriminalämtern und auf Bezirksebene werden in den kommenden Monaten weitere Trainings und technische Ausstattungsoffensiven gesetzt.

Gewaltkriminalität - leicht steigende Zahl an Anzeigen, hohe Aufklärungsquote

Die Anzahl der Gewaltdelikte - sowohl bei vorsätzlicher Tötung und Körperverletzung als auch bei Sittlichkeitsdelikten - steigt weiter leicht an (1. Halbjahr 2011: 20.346, 1. Halbjahr 2012: 21.821 Anzeigen). Die hohe Aufklärungsquote liegt über 81 Prozent. Bei rund 58 Prozent gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Die Opfer als auch die Täter stammen zu über 73 Prozent aus Österreich.

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