Neues Volksblatt: "Länger arbeiten?" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 16. Juli 2012

Linz (OTS) - Alle reden von "länger arbeiten". Die einen wollen
ein Anreizsystem, um die Menschen länger im Beruf zu halten, andere wollen das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaufsetzen - alles mit dem Ziel, das Pensionssystem auf Dauer finanzierbar zu erhalten. Aber "Wien ist anders", wie es in einem Werbeslogan heißt. Anstatt das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben, was in der Bundeshauptstadt höchst notwendig wäre, grassiert dort weiter die Frühpensionitis. Schon 363 Gemeindebedienstete, 50 davon am Freitag, den 13., wurden im ersten Halbjahr 2012 in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, im Durchschnitt mit etwas mehr als 53 Jahren!
Auch wenn Wien anders ist als zum Beispiel Oberösterreich, wo im Landesdienst vor jeder Frühpensionierung sehr genaue Untersuchungen stehen, ist so ein Frühpensionierungs-Rekord Gift für die Bemühungen, das faktische Pensionsalter anzuheben. Ebenso Gift wie jene Burnout-Opfer, die alles können, von der Weltreise über den Sport bis zum Pfusch, nur nicht arbeiten; und die von niemandem belästigt werden, weder vom früherem Arbeitgeber noch von einer Versicherung. Bei solchen Beispielen, die uns tagtäglich begegnen, wird es noch einige Zeit dauern, bis "länger arbeiten" zur Selbstverständlichkeit wird.

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