Österreichs Trafikanten wehren sich gegen Kostenüberwälzung und Umsatzeinbußen

Branchensprecher Trinkl: Lotterien wollen neue Terminals installieren, neue Annahmestellen sollen Umstellungskosten tragen, auch schlechtere Verträge drohen

Wien (OTS/PWK492) - Die österreichische Lotterien GmbH und
deren Eigentümer, die Casinos Austria AG, wollen ab 2013 neue Terminals installieren und so das Online-Glücksspiel in Österreich auf rund 6.000 Annahmestellen ausweiten.

"Die zu erwartenden Umsatzrückgänge belaufen sich nach vorsichtigen Schätzungen auf mindestens 30 Prozent. Dadurch werden viele der bestehenden Vertriebspartner - in erster Linie Klein- und Kleinstunternehmen wie Tabaktrafikanten und Lottokollektanten -in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Und aufgrund der bestehenden Trafiken-Struktur betrifft diese Geschäftspolitik der Österreichischen Lotterien GmbH bedauerlicherweise vor allem Menschen mit Behinderungen", schlägt Peter Trinkl, Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Alarm.

Lottokollektantin Helga Kreimel zeigt sich bestürzt: "Es werden unnötige Sozialkonflikte heraufbeschworen und die Existenz einer ganzen Berufsgruppe wird gefährdet."

Trinkl weiter: "Es soll aber nicht nur ein wesentlicher Anteil der Umstellungskosten mit einer Umstellungsgebühr von 2.500 Euro pro Terminal auf die Vertriebspartner überwälzt werden. Neuen Vertriebspartnern sollen dem Vernehmen nach auch wesentlich schlechtere Verträge angeboten werden."

Und der Trafikanten-Branchensprecher gibt weiters zu bedenken:
"Auch für Spieler- und Jugendschutz brechen damit voraussichtlich schwere Zeiten an. Durch die massive Ausweitung der bestehenden Annahmestellenstruktur wird nämlich die Einhaltung der Schutzbestimmungen, für die die Tabaktrafikanten bisher so erfolgreich garantieren konnten, wesentlich schwieriger kontrolliert werden können."

Für die Casinos Austria und die Österreichischen Lotterien ist das allerdings alles kein Thema. Wer wie im Geschäftsjahr 2011 mit 3,47 Milliarden Euro einen neuen Rekordumsatz im Konzern erwirtschaften konnte und die Spielumsätze bei den Österreichischen Lotterien um 9,7 % auf 2,9 Milliarden Euro steigern konnte, denkt offenbar in anderen Dimensionen.

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass grundlegende volkswirtschaftliche Interessen, wie die Sicherung der Nahversorgung (die Trafikanten sind eine der letzten Nahversorger), das wirtschaftliche Überleben von Kleinstunternehmen sowie die Erhaltung der Existenzgrundlage und der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen nicht auf der Strecke bleiben.

Gestern, Donnerstag, gab es eine erste Gesprächsrunde, bei der von den Trafikanten und Lottokollektanten verbindliche Kriterien von den Österreichischen Lotterien verlangt wurden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das bestehende Annahmestellennetz, das eine funktionierende Nahversorgung sicherstellt, nicht gefährdet wird.

Neben einer maximal zumutbaren Umsatzschmälerung und einer Mindestumsatzschwelle müssen vor allem Hilfsmaßnahmen für den Fall einer Fehleinschätzung durch die ÖLG vorgesehen und ein wirksamer Kontrollmechanismus eingerichtet werden.

"Für den Fall der Nichteinigung wird die Interessenvertretung der Trafikanten und Lottokollektanten alle ihr zur Verfügung stehenden Maßnahmen gegen diese angedachten branchenfeindlichen Verschlechterungen für eine ganze Berufsgruppe ergreifen. Auch rechtliche Schritte werden geprüft", so Bundesgremialobmanns Peter Trinkl. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Bundesgremium der Tabaktrafikanten
Geschäftsführer Dr. Otmar Körner
Tel.: 05 90 900-3344
E-Mail: otmar.koerner@wko.at, Internet: www.tabaktrafikanten.at

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