Wlodkowski: Kosten für Treibstoff und Dünger steigen unaufhörlich

Ständige Kostensteigerungen "verdünnen" die EU-Ausgleichszahlungen

Wien (OTS) - "Für Österreichs Landwirte sind in den letzten Jahren die Kosten für die wichtigsten Betriebsmittel unaufhörlich gestiegen. So verteuerte sich Handelsdünger seit dem Jahr 2000 um insgesamt 120%. Allein von 2010 auf 2011 betrug der Preissprung fast 32%. Auch der Dieselpreis kletterte im Vorjahr um über 20% nach oben und die Futtermittel verteuerten sich mit 23% ebenfalls zweistellig. Diese Kostensteigerungen setzen nicht nur die Bauern ökonomisch unter Druck, sie verdünnen auch die EU-Ausgleichszahlungen, bei denen ja die Inflation nicht angepasst wird. Da diese Zahlungen jedoch den Bauern für erbrachte Leistungen überwiesen werden und das Erbringen dieser immer teurer wird, erhalten sie de facto für dieselbe Arbeit Jahr für Jahr immer weniger Geld", kritisierte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, nach der Sitzung der LK-Präsidenten. Wlodkowski ergänzte: "Daher wenden wir uns gegen alle Bestrebungen, das EU-Agrarbudget noch weiter zu kürzen."

Gegen Kürzungen

"Die Einigung über das EU-Budget ist zwar noch nicht in Sicht, doch verlangen die Nettozahlerländer eine deutliche Reduktion der von der Kommission vorgeschlagenen Ausgaben. Österreichs Vizekanzler und Landwirtschaftsminister haben sich hingegen dafür ausgesprochen, das Agrarbudget nicht weiter als im EU-Entwurf vorgesehen zu kürzen. Da die Entscheidung über das Budget und somit über die EU-Agrarpolitik letztlich im Rat der Regierungs- und Staatschefs gefällt wird, appellieren wir nicht zuletzt auch angesichts weiter steigender Betriebsmittelkosten an den Bundeskanzler, keine weiteren Kürzungen des Agrarbudgets zuzulassen. Denn Österreichs Bauernfamilien wollen auch in den nächsten Jahren die Wünsche der Gesellschaft nach erstklassigen Lebensmitteln und gepflegter Kulturlandschaft erfüllen können", so Wlodkowski weiter.

Unwetter: Zusätzliche Belastungen

"Neben den gestiegenen Energie- und Düngerkosten haben die Bauern heuer noch zusätzlich die negativen Folgen lang anhaltender Wetterkapriolen zu verkraften. Trockenheit in der Wachstumsperiode im Herbst und im Frühjahr, Hagelstürme, sintflutartige Niederschläge und Sturm haben allen Kulturen arg zugesetzt. Die Getreideernte wird um mindestens 20% geringer ausfallen, die Hagelschäden bei Obst und Gemüse erreichen jetzt schon zweistellige Millionenbeträge, wobei das Ende der Hagelsaison noch lange nicht erreicht ist. Gerade derartige Unwetter, die enorm negativen Einfluss auf die Ernte haben, machen die Wichtigkeit und Notwendigkeit von EU-Ausgleichszahlungen sichtbar. Bäuerlichen Betrieben nun diese Zahlungen zu kürzen würde bedeuten, sie in enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bringen. Das kann niemand wollen", stellte Wlodkowski abschließend fest. (Schluss)

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