Neues Volksblatt: "Haltet den Dieb!" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 13. Juli 2012

Linz (OTS) - Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich
dir den Schädel ein.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied schlägt zwar niemandem den Schädel ein, aber ein bisserl in die Richtung geht ihre Kritik an den AHS-Professoren schon, die "aus Standesdünkel" nicht in der Neuen Mittelschule unterrichten wollten, und an ihrer Standesvertretung, die sie mit der ultrarechten amerikanischen Tea-Party-Bewegung verglich. Eine Bewegung, die sich unter anderem dem Kampf gegen die staatliche Krankenversicherung verschrieben hat - weshalb dieser Vergleich in Österreich geradezu ans Ehrenrührige grenzt. Abgesehen davon, dass die SPÖ-Ministerin mit solchen Sagern auch die sozialdemokratischen Professoren vor den Kopf stößt, was wahrscheinlich nichts macht, weil sie bei denen ohnehin schon unten durch ist, stellt sich die Frage nach dem Warum für diese Aufrüstung der Worte. Und da dürfte die nächstliegende Antwort die richtige sein: Je größer die Bedrängnis, desto größer das Geschrei. Verbunden mit dem Versuch, anderen die Schuld an den eigenen Versäumnissen und Misserfolgen in die Schuhe zu schieben. Wie bei der Verschiebung der Zentralmatura: Auch da waren zuerst die Lehrer die Bösen, bis die Ministerin die mangelhafte Vorbereitung eingestehen musste.
Man sieht: "Haltet den Dieb!" löst keine Probleme.

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