EAA-EnergieAllianz Austria: EAA Energie Talk: Energiewende im freien Strommarkt?

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0157 vom 12.07

Wie kann die Energiewende gelingen? Welche
Investitionen in den Ausbau der Netze sind nötig? Welche Kosten kommen auf Wirtschaft und Konsumenten zu? Wie muss die Kapazitätsplanung gestaltet werden, um Versorgungssicherheit zu schaffen?

Beim Energie Talk der EnergieAllianz Austria diskutierten im
Saturn Tower in Wien am Mittwochabend der ehemalige Leiter der deutschen Bundesnetzagentur, Matthias Kurth und Udo Niehage, Leiter Government Affairs Berlin von Siemens, zum Thema "Energiewende im freien Strommarkt". Dabei haben sie einen spannenden Einblick in die Herausforderungen geboten, vor denen die europäischen Länder auf dem Weg zur Energiewende stehen.

Deutschland steht vor Härtetest und Herkulesaufgaben

In Deutschland ist in den nächsten Jahren die Lücke durch den Ausstieg aus der Nuklearenergie zu füllen. "Der Härtetest für die Energiewende kommt, wenn in zehn Jahren alle AKWs vom Netz gehen", sagt Kurth. Um den Wegfall der Atomenergie zu bewältigen, die ein Sechstel der heutigen Stromerzeugung in Deutschland liefert, müsse das Netz zügig erweitert werden. Darüber hinaus müssten Gaskraftwerke ausgebaut und Energiereserven geschaffen werden. Kurth: "Vor uns liegt eine Herkulesaufgabe, die uns noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird."

Zeit drängt beim Bau von "Stromautobahnen"

Laut einer Studie der Deutschen Energieagentur sind 3.600
Kilometer an zusätzlichen Höchstspannungsleitungen bis 2020 nötig. Die Kosten für die Netzinfrastruktur werden auf bis zu 50 Milliarden Euro geschätzt. Zudem müsste mit dem Bau der "Stromautobahnen" möglichst schnell begonnen werden. "Uns läuft die Zeit weg", sagt Kurth. "Man muss sich vor Augen halten, dass der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks zehn Jahre und der eines Gaskraftwerks immer noch sieben Jahre in Anspruch nimmt."

Strompreis für Wirtschaft und Haushalte steigt

Niehage, der auch Beauftragter von Siemens für die Energiewende ist, sieht durch die Verlagerung zu den Erneuerbaren Energien auch hohe Kosten auf die Wirtschaft und die Konsumenten zukommen. "Wir gehen davon aus, dass die Stromrechnung für den einzelnen Haushalt deutlich zunehmen wird und auch für die Industrie", sagt Niehage. Für einen durchschnittlichen Haushalt wird laut Siemens Prognose die Stromrechnung bis 2022 um ca. 40 Prozent steigen.

Die Herausforderung bestehe künftig darin, eine
Strompreisexplosion zu verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auch bei der Förderung von Erneuerbaren Energien zu erhalten. "Wir müssen uns überlegen, ob wir uns die Vorrangeinspeisung auf Dauer leisten können", fügt Niehage hinzu. Niehage und Kurth treten dafür ein, die Erneuerbaren Energien auf der Basis eines New Market Designs "in den Markt und damit den Wettbewerb zu integrieren". Denn die garantierte Einspeisevergütung führe zu "Verzerrungen".

Konventionelle Kraftwerke für Versorgungssicherheit

Ausschließlich auf Erneuerbare Energie zu setzen, sei beim derzeitigen Stand der Speichertechnik nicht möglich. Denn um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, muss Energie auch dann zur Verfügung stehen, wenn die Sonne nicht scheint oder keine steife Brise weht. Niehage: "Wir werden die konventionellen Kraftwerke im selben Ausmaß wie heute auch künftig brauchen."

Aufspaltung in Preiszonen wäre Rückschlag

Deutschland und Österreich in Preiszonen aufzuspalten, hält Kurth für einen falschen Weg. "Die Verbindung zu Österreich ist nicht nur wegen der hier vorhandenen Reservekraftwerke, sondern auch wegen der Pumpspeicher-Kapazitäten, ideal in Europa", sagt Kurth. Eine Aufspaltung wäre aus seiner Sicht ein Rückschlag für den Wettbewerb. "Denn wir wollen ja einen europäischen Strommarkt schaffen, der möglichst liquide und flexibel ist", erklärt Kurth.

Österreich soll Wasserkraft ausbauen

Der Alpenrepublik rät Kurth, weiter auf die Wasserkraft als ideale erneuerbare Energie zu setzen. "Das ist ein Vorteil, den Sie in Österreich nicht nur erhalten, sondern ausbauen sollten", sagt er.

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