AK Test: Achtung, Geflügel mit Keimen! 1

Keine überprüfte Geflügel-Probe verdorben - Aber: Jede Zweite wies gesund-heitsschädigende Keime auf

Wien (OTS) - Die appetitliche Nachricht: Keine der überprüften Hühnerfleisch-Proben war am Ablauftag verdorben. Bedenklich: Jede Zweite war mit Campylobacter-Keimen befallen, eine mit Salmonellen. Die Campylobacter-Keime sind gegen eines oder mehrere Antibiotika bereits resistent. Das zeigt ein AK Test von 20 vorverpackten Geflügelfleisch aus 20 Wiener Geschäften. Nachmessungen der Produkt-temperaturen ergaben: Bei fast jedem zweiten Produkt lag die Temperatur über den notwendigen vier Grad Celsius.

Keine Geflügel-Probe war am Tag des Ablaufdatums verdorben. "Sie waren lebensmit-telrechtlich einwandfrei. Das heißt, das Fleisch darf nicht blass oder verfärbt sein, nicht sauer oder muffig riechen", beschreibt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. Aber: Bei zehn Proben (50 Prozent) wurden Campylobacter-Keime nachgewiesen, bei einer (fünf Prozent) Salmonellen.

Der Antibiotikaresistenz-Test ergab: Die Campylobacter-Keime sind gegen eines bis zu vier von zwölf untersuchten Antibiotika resistent. Mehrfach resistent - gegen drei oder vier Antibiotika - waren die Campyloacter-Keime in vier von zehn Proben. Gegen be-stimmte Antibiotika wie Ampicillin - aus der Gruppe der Penicilline - waren die nachge-wiesenen Campylobacter-Keime in neun von zehn Proben resistent. Gegen Antibiotika aus der ebenfalls wichtigen Gruppe der Chinolone waren die Keime in sieben von zehn Proben resistent.

Die Nachmessungen der Temperaturen in den Kühlvitrinen zeigten: In zwei (zehn Pro-zent) der 20 überprüften Vitrinen lag die Lagertemperatur bei über vier Grad Celsius. Bei neun herrschte eine Kühltemperatur zwischen ein und vier Grad Celsius vor, bei den restlichen neun unter ein Grad Celsius. "Geflügel sollte eine Produkttemperatur von maximal vier Grad Celsius haben", sagt Schöffl. Die Temperaturkontrolle der Produkte zeigt: Acht Geflügel-Proben (40 Prozent) hatten über vier Grad Celsius, eine davon sogar über sieben Grad. "Das könnte daran liegen, dass zu oft die Kühlung unterbrochen wurde", schlussfolgert Schöffl.

Zur Erhebung: Die AK hat im Mai 20 zumeist unter Schutzatmosphäre verpackte gan-ze Hühnerfleisch-Proben in 20 Wiener Supermarkt- und Diskonter-Filialen eingekauft: Merkur, Billa, Zielpunkt, Spar, Eurospar, Hofer, Lidl, Penny, Adeg. Die Untersuchung wurde von der Lebensmittelversuchsanstalt Klosterneuburg und der Veterinärmedizini-schen Uni durchgeführt.

SERVICE: Die Erhebung finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

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