Weltbevölkerungstag 2012 - Bayr: Neue Initiative soll 120 Millionen Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln ermöglichen

In Entwicklungsländern selbstbestimmte Familienplanung ermöglichen

Wien (OTS/SK) - Am Weltbevölkerungstag am 11. Juli findet in
London der erste internationale Gipfel zum Thema Familienplanung statt. Er soll Start für eine beispiellose Initiative sein, um den Bedarf an moderner Familienplanung in Entwicklungsländern zu decken. Bis zum Jahr 2020 soll 120 Millionen Frauen der Zugang zu modernen Verhütungsmitteln ermöglicht werden. Aktuell haben 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl sie dies wünschen. Die Initiative wurde von der britischen Regierung, dem United Nations Population Fonds (UNFPA) und der Bill & Melinda Gates-Stiftung ins Leben gerufen. Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, begrüßt die Initiative: "Es sterben jährlich 287.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt. 99 Prozent davon in Entwicklungsländern, und wir wissen, dass die meisten dieser Todesfälle vermeidbar sind. Moderne Verhütungsmittel spielen hier ein extrem wichtige Rolle", stellt Bayr am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest und ergänzt: "Ungewollte Schwangerschaften haben einen sehr großen Einfluss auf das Leben der Frauen und deren Kinder. Familien mit weniger Kindern können sich besser ernähren und die Kinder eher zur Schule schicken. So kann die Armutsspirale durchbrochen werden." ****

Die letzte Dekade kann als ein Jahrzehnt der Stagnation in der Finanzierung von Familienplanung gesehen werden. In Österreich hat die finanzielle Unterstützung nicht nur stagniert, sondern stark abgenommen. Während 2010 noch 1,3 Millionen Euro an UNFPA flossen, wird der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen von Österreich gar nicht mehr unterstützt. "Diese Entwicklung ist absolut unverständlich. Noch immer stirbt weltweit alle zwei Minuten eine Frau während der Schwangerschaft oder Geburt ihres Kindes", sagt Johanna Marquardt, Projektkoordinatorin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung, der österreichischen Partnerorganisation von UNFPA. Gemeinsam mit 189 weiteren Staaten hat sich Österreich im Rahmen der Millennium-Entwicklungsziele dazu verpflichtet, bis 2015 die Müttersterblichkeit um drei Viertel zu reduzieren.

Selbstbestimmte und auf Menschenrechten basierende Familienplanung kann Armut senken, Zugang zu Bildung fördern, sowie die Gesundheit von Frauen und Kindern verbessern. Darüber hinaus werden durch moderne Verhütungsmittel ungewollte Schwangerschaften vermieden und somit die Zahl der Frauen, die während der Schwangerschaft oder Geburt sterben, gesenkt. Bayr erkennt die Chance des Gipfels: "Wenn die Ziele des Gipfels erfüllt werden, führt dies zu über 100 Millionen weniger ungewollten Schwangerschaften, zu 200.000 weniger Todesfällen während der Schwangerschaft und Geburt und zu fast drei Millionen weniger Fällen von Kindersterblichkeit." (Schluss) bj

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