ORF III über die Theologie der Wunder und mit Mikrobiologin Katja Sterflinger im "science.talk"

Am 11. Juli im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information beleuchtet am
Mittwoch, dem 11. Juli 2012, welchen Hype eine umstrittene Marienerscheinung auslösen kann: Hofft nicht jeder auf sein persönliches Wunder? Eine weitere "kreuz und quer"-Dokumentation begibt sich in die Turmstube des Linzer Mariendoms und schweigt:
Warum wollen immer mehr Menschen zumindest für kurze Zeit ein Eremiten-Dasein erleben? Im "science.talk" begrüßt Barbara Stöckl die von Deutschland nach Wien ausgewanderte Mikrobiologin Katja Sterflinger und stellt u. a. deren Lieblings-Labortiere in den Mittelpunkt: mikrokoloniale Pilze.

kreuz und quer: "Wunder - Des Glaubens liebstes Kind" (20.15 Uhr)

In Placanica in der Provinz Reggio di Calabria soll einem jungen Schäfer vor mehr als vier Jahrzehnten die Muttergottes erschienen sein. Seither gilt Placanica als Pilgerstätte und Ereignisort zahlreicher außergewöhnlicher Phänomene. Himmlische Düfte, prophetische Reden, Levitationen, Visionen und eine Heilquelle locken unzählige Gläubige in den italienischen Ort: Tausende Kilometer von zu Hause entfernt hoffen sie auf ihr persönliches Wunder.

Die katholische Kirche steht diesen Ereignissen allerdings skeptisch gegenüber. Peter Beringer hat mit Pilgern, Theologen, Naturwissenschaftern und Philosophen über Möglichkeit und Unmöglichkeit eines Wunders sowie die Bedeutung der menschlichen Suche danach gesprochen. Für die Dokumentation "Wunder" hat er sich nach Placanica, Rom, Neapel, Freiburg, Innsbruck, Wien sowie St. Wolfgang begeben, um zu hinterfragen, welche Theologie hinter den Wundern steckt. Sind Wunder Symbole, Zeichen oder ein wirkliches Eingreifen Gottes?

kreuz und quer: "Stille über der Stadt - Die Turmeremiten" (21.15 Uhr)

Abgeschiedenheit und völlige Stille: Seit November 2008 bietet die Diözese Linz die Möglichkeit, sich für eine Woche in der Turmstube im Linzer Mariendom einzuquartieren, um sich Auszeit vom Alltag zu nehmen. Eine Woche Eremiten-Dasein erleben, in einem acht Quadratmeter kleinen Raum, 65 Meter über der Stadt Linz, in der größten Kirche Österreichs. Bereits im ersten Jahr wollten mehr als 200 Menschen das Angebot nutzen: vom Exmanager über die Studentin, den Musiker bis hin zum Pensionisten.

Welcher Reiz steckt dahinter? Weshalb sehnt sich der Mensch von heute nach Rückzug aus dem gewohnten Leben? Was verändert sich nach einer Woche völligem Rückzug? Die "kreuz und quer"-Dokumentation "Stille über der Stadt" zeigt einen 68-Jährigen während seiner Woche im Turm. Die eigene Eremitage ist für ihn ein weiterer Schritt der Trauerarbeit: Vor mehr als zehn Jahren ist seine Frau gestorben und für ihn eine Welt zusammengebrochen.

science.talk: "Barbara Stöckl im Gespräch mit Katja Sterflinger" (21.55 Uhr)

Warum ist es einem Schimmelpilz egal, ob er den Topfen im heimischen Kühlschrank besiedelt oder berühmte Gebäude und Gemälde befällt? Warum gelten schwarze, auf den ersten Blick unscheinbare, mikrokoloniale Pilze als große Hoffnung in der Krebsforschung? Fragen, die Mikrobiologin Katja Sterflinger täglich beschäftigen. Aufgrund ihres Wissensspektrums im Bereich der Denkmalpflege und der Bewahrung von Kunstschätzen aller Art vor mikrobieller Materialzerstörung, erhält die Leiterin des Departements für Biotechnologie an der Wiener Universität für Bodenkultur regelmäßig Anfragen und Proben aus aller Welt wie u. a. im Fall des Selbstporträts Leonardo da Vincis.

"Wir untersuchen mittels DNA-Resten auf dem Bild, welche Pilze es befallen haben und welche Schäden dadurch erzeugt wurden", erklärt die Forscherin. Erst danach können optimale Lösungskonzepte erarbeitet werden. Warum mikrokoloniale Pilze ihre absoluten Lieblings-Labortiere sind und sie deren Eigenschaften unglaublich faszinierend findet, verrät sie im "science.talk" mit ORF-III-Moderatorin Barbara Stöckl. Auch wenn die Forschung diesbezüglich noch in den Kinderschuhen steckt, ist Katja Sterflinger davon überzeugt, in Pilzen neue Mechanismen zu entdecken, die auf den Menschen umgelegt und u. a. in der Krebsforschung zur Anwendung kommen könnten.

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