VP-Juraczka ad Lueger-Ring: Umbenennung ist kein Grund zur Freude

ÖVP steht für ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte

Wien (OTS) - "Kein Grund zur Freude" besteht für ÖVP Wien Obmann Stadtrat Manfred Juraczka anlässlich der heutigen Enthüllung neuer Straßentafeln am bisherigen Karl-Lueger-Ring.

Karl Lueger sei wie alle historischen Persönlichkeiten differenziert zu betrachten. Er sei einer der prägendsten Bürgermeister gewesen, er habe aber eben auch Politik mit antisemitischen Ressentiments gemacht: "Das ist die Kehrseite, die wir gar nicht beschönigen wollen, auch wenn sein Antisemitismus rhetorisch blieb und mit dem Rassenfanal des späteren Nationalsozialismus nichts gemein hat", so Juraczka.

Auch wenn die ÖVP gegen Umbenennungen und für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte stehe, sei es "durchaus von Interesse" wie man seitens Rot-Grün "zum Beispiel den Karl-Renner-Ring, den Schuhmeier-Platz oder den Julius Tandler-Platz" beurteile:

"Renner hat nicht nur 1938 den Anschluss begrüßt sondern noch 1945 bedauert, dass man auf diesen nunmehr verzichten müsse. Schuhmeier hat davon gesprochen, dass man Philosemiten, die die sozialdemokratische Partei zu einer Schutztruppe für philosemitische Parteien machen wollen, hinausschmeißen werde. Und Julius Tandler hat die Beseitigung unwerten Lebens gefordert, was ihn eindeutig als geistigen Wegbereiter der nationalsozialistischen Eugenik erscheinen lässt", so Juraczka.

"Ich erinnere Kulturstadtrat Mailath-Pokorny unabhängig davon auch daran, dass er selbst sich im Kurier vom 29.4. grundsätzlich gegen Umbenennungen von Verkehrsflächen ausgesprochen hat und wörtlich davon gesprochen hat, dass es nicht sein kann, dass eine Stadt ihre Geschichte auslöscht", so Juraczka abschließend.

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