GS1 Standards sorgen für mehr Sicherheit im Umgang mit Zytostatika

Die elektronische Erfassung und Rückverfolgung von Arzneimitteln mithilfe von GS1 Strichcodes führen zu einer optimierten und sichereren Krankenhauslogistik.

Wien (OTS) - Schwere Krankheiten wie beispielsweise Krebs können
in einer Chemotherapie mit hochwirksamen Arzneimitteln - den sogenannten Zytostatika - gut bekämpft werden. Ihre zellhemmenden, aber zugleich auch krebserregenden und erbgutverändernden Eigenschaften führen dazu, dass Berufsgruppen wie Ärzte, Apotheker oder Pflegepersonal im Umgang mit diesen Medikamenten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten müssen. Daher nehmen Zytostatika auch im innerbetrieblichen Handling, wie in der patientenbezogenen Zubereitung durch die Apotheke, dem Transport, der Lagerung oder der Entsorgung, eine Sonderstellung in der Krankenhauslogistik ein.

Einheitliche Standards von GS1, die bereits in vielen Branchen wie etwa der Lebensmittelindustrie über viele Jahre erfolgreich im Einsatz sind, unterstützen seit Kurzem auch die Handhabung von Zytostatika im Wiener AKH. Zur Reduktion manueller Eingriffe und der Minimierung von Fehlermöglichkeiten entlang der Versorgungskette haben die Krankenhausapotheke des AKH Wien, CATO Software Solutions, GS1 Austria Healthcare und betroffene Pharmahersteller ein gemeinsames Projekt initiiert. "In der Zubereitung von Zytostatika kommen im AKH 68 Arzneimittel zum Einsatz, mit dem Endprodukt werden Stationen des AKH, des St. Anna Kinderspitals und des Sanatoriums Hera beliefert. Die 68 Arzneimittel müssen sowohl im SAP-Warenwirtschaftssystem als auch in einer eigenen Software zur Zytostatikazubereitung "CATO" erfasst werden", gibt Mag. Elfriede Dolinar, Projektleiterin für die AKH-Anstaltsapotheke, Einblick in den Ablauf. Aus Sicht der Anwender wünscht sie sich, dass die 5 R-Regel umgesetzt wird - das richtige Arzneimittel für den richtigen Patienten in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Dokumentation.

Ziel war es, mithilfe einer scannerbasierten Logistik den gesamten Lieferweg automatisiert zu verfolgen. "GS1 Standards identifizieren Produkte oder Liefereinheiten eindeutig und sorgen für eine durchgängige, elektronische Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten internen Prozessabläufe. Von der Warenanlieferung in der Apotheke, dem Wareneingang im Reinraum, der Zubereitung und Anlieferung auf der Station bis hin zur Verabreichung am Krankenbett werden die Daten automatisiert übernommen und verarbeitet", gibt Mag. Barbara Dorner, Business Development Manager Healthcare bei GS1 Austria, Einblick in das Projekt. Mithilfe von Scannern werden Daten automatisch erfasst und verarbeitet. "So können die Informationen an unterschiedlichen Identifikationspunkten rasch und einfach auf Richtigkeit überprüft und die gesamte Datenhaltung optimiert werden", erklärt Dorner. Ausgelesen werden der GS1 DataMatrix und der GS1-128 am Medikationsetikett, in dem sich eine GTIN (Global Trade Item Number) und eine Seriennummer in verschlüsselter Form befinden. "Die größte Herausforderung war die Vielfalt der zu erfassenden Daten: lineare Barcodes auf registrierten Arzneimitteln, Barcodes auf der Sekundärverpackung, die Primärverpackung mit Produktname, Ablaufdatum und Chargennummer sowie die Informationen in Klarschrift", so Dorner.

Der Lösungsansatz von GS1 wurde in zwei Teilprojekten realisiert. Schritt 1 umfasste die Rückverfolgbarkeit vom Hersteller bis zur Herstellung mithilfe eines GS1 DataMatrix auf der Primär- und Sekundärverpackung. Gescannt und erfasst werden hier Identifikations-und Chargennummer sowie Ablaufdatum. Im zweiten Teil des Projektes wird die Rückverfolgbarkeit von der Herstellung bis zum Patienten sichergestellt. Jeder Empfänger - AKH Wien, St. Anna Kinderspital und Sanatorium Hera - erhält eine eigene GLN (Global Location Number) und kann so bereits bei der Herstellung eindeutig zugeordnet werden. Die Seriennummer enthält die Medikationsnummer aus dem CATO-System und macht das Zytostatikum als individuell identifizierbares Produkt aus. "Das Wiener AKH ist, neben dem Universitätsspital in Genf, eines der ersten Häuser in Europa, das für die Zubereitung und Verabreichung der Zytostatika die Produktdaten elektronisch ausliest und somit zu mehr Sicherheit der Patienten beiträgt. Die gute und intensive Zusammenarbeit der Projektbeteiligten ist mittlerweile über die Grenzen bekannt. Bereits während der Projektvorarbeiten und den ersten Monaten des Piloten kamen Anfragen von österreichischen und internationalen Krankenhäusern, um dieses Projekt auch bei ihnen zu implementieren", resümiert Dorner. "Klare Vorteile sind die durchgängige Rückverfolgbarkeit, die Erhöhung der Patientensicherheit durch Reduzierung von Medikationsfehlern sowohl bei der Verordnung als auch bei der Zubereitung und Verabreichung", ergänzt Dolinar aus Sicht der Anwender.

Rückfragen & Kontakt:

Projektkontakt:
Mag. Barbara Dorner
Business Development Manager Healthcare
Tel.: +43 (1) 505 86 01-74
dorner@gs1.at

Pressekontakt:
Mag. Daniela Springs
springs@gs1.at
www.gs1.at

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