Hitze: Nutztierhalter müssen jetzt besonders auf ihr Vieh achten

VIER PFOTEN: Viele Landwirte nicht gerüstet für extrem hohe Temperaturen

Wien (OTS) - Der tragische Unfall am Wochenende in der Steiermark zeigt nach Ansicht von VIER PFOTEN, dass viele landwirtschaftliche Betriebe offensichtlich für extrem hohe Temperaturen nicht gerüstet sind. 5.000 Hühner verendeten qualvoll in den Stallungen eines großen Mastbetriebes; sie erdrückten sich gegenseitig, als sie aufgrund der Hitze zum Türspalt drängten, um Frischluft zu bekommen. Laut VIER PFOTEN reichen die gesetzlichen Mindeststandards in der Nutztierhaltung oft nicht aus, um das Risiko solcher Hitze-Katastrophen zu reduzieren. Die Tierschutzorganisation empfiehlt daher konkrete Maßnahmen, mit denen Landwirte für Sicherheit und Wohlbefinden der Tiere sorgen können.

Das wichtigste Kriterium ist dabei eine Lüftungsanlage auf dem neuesten technischen Stand. "Vor Beginn einer Hitzewelle sollte jeder Tierhalter seine Anlage unbedingt warten lassen, um sicherzugehen, dass keine Ausfälle passieren können", empfiehlt Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei VIER PFOTEN . Eine verstärkte Ventilation kann in Hitzeperioden unnötiges Leid der Tiere verhindern, hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden.

Weidenflächen bzw. Freilaufzonen müssen auf jeden Fall auch schattige Plätze haben, damit Tiere nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Im Idealfall werden schon bei der Planung der Anlagen Bäume und Sträucher gepflanzt. Wenn Stallungen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten entweder Klimaanlagen installiert oder ebenfalls außen Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden.

Ein echtes Problem im Hinblick auf den Tierschutz ist in Massentierhaltungs-Betrieben der hohe Tierbesatz auf engem Raum. "VIER PFOTEN fordert seit langem, dass die erlaubte Dichte pro Quadratmeter in der Nutztierhaltung verringert wird, für Masthühner etwa empfehlen wir ein Maximalgewicht von 25 kg pro Quadratmeter. Denn je dichter aneinander gedrängt Tiere gehalten werden, umso größer leiden sie natürlich unter der Hitze", erklärt Gabriel Paun.

Ganz wichtig ist laut VIER PFOTEN auch, dass sich Landwirte an die gesetzliche Vorgabe halten, dass Nutztiere zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben müssen. Was schon bei normalen Temperaturen eine Selbstverständlichkeit ist, ist bei Hitze lebensnotwendig, um eine rasche Dehydrierung und ein Verenden der Tiere zu verhindern.

Automatische Systeme, die Tierhalter per sms informieren, sobald kein Wasser oder Futter mehr für die Tiere vorhanden ist oder die Lüftung nicht mehr funktioniert, haben sich laut Paun in der Praxis bewährt: "Ich habe viele Betriebe gesehen, die solche Systeme installiert haben, es funktioniert überall einwandfrei." Wer technisch nicht entsprechend gerüstet ist, sollte in Hitzeperioden entsprechend mehr Kontrollgänge einplanen.

Nicht zuletzt sollte tierärztliche Hilfe bei akuten gesundheitlichen Problemen als Folge der Hitze rasch verfügbar sein. Daher sollten sich Landwirte auch rechtzeitig über Urlaubsvertretungen ihrer Veterinärmediziner während der Ferienzeit informieren.

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