ORF III spricht mit Gerhard Roth über Fußball und erkundet das geheimnisvolle Privatleben von Gustav Klimt

Am 3. Juli 2012 im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information lädt am Dienstag, dem 3. Juli 2012, zum "erLesenen" Anpfiff: Selbst nach dem EM-Finale geht es bei Heinz Sichrovsky um Fußball. Was ist Fankultur, wie drückt sie sich aus, und haftet dem Fußball nach wie vor ein proletoider Touch an? Gerhard Roth, Stefanie Kaplan und Georg Spitaler ziehen Bilanz.

Im "Kulturmontag" steht nach dem Auftritt von Bobby McFerrin in der Wiener Staatsoper im Zuge des Jazz Fests Wien der 150. Geburtstag von Gustav Klimt im Mittelpunkt: Welche Person steckte hinter dem großen Künstler? Im ORF-III-Nachtprogramm dreht sich in einem "CLUB 2" vom 13. November 1986 alles um den Extrem-Alpinismus: Ein Leben zwischen Faszination und Todesangst.

"erLesen" mit Gerhard Roth, Stefanie Kaplan und Georg Spitaler (20.15 Uhr)

Rund um die Europameisterschaft wird auch in Heinz Sichrovskys Bücherwelt Fußball gespielt, zumindest in den Köpfen der Gäste. Stefanie Kaplan, engagierte Mitarbeiterin des Elfriede-Jelinek-Forschungszentrums, würde sich zwar nicht als fußballaffin bezeichnen, während ihrer Zeit in Sevilla hat sie allerdings neben dem Stadion gewohnt. Um den Spielverlauf mitzubekommen, musste sie nicht einmal aus dem Fenster schauen:
Kaplan konnte jedes Tor hören.

Tore zu hören wäre ihm zu wenig: Georg Spitaler will sie auch sehen. Der Politologe und Redakteur des Fußballmagazins "ballesterer" weiß, dass selbst in der Vergangenheit die Männer der Oberschicht gerne Fußball geschaut haben: Auf diese Weise konnten sie sich eine "rohe, authentische Männlichkeit" aneignen. "Fußball übt auch auf Autoren eine große Faszination aus - wohl weil es melodramatische Elemente gibt, die Künstler interessieren", meint der 40-jährige Fußballfan.

Gerhard Roth kann sich noch genau erinnern, wann er sein erstes Fußballspiel gesehen hat: Es war im Jahr 1950. Seitdem bezeichnet er Fußball als seine Leidenschaft, allerdings nur das Zusehen. In der Schulzeit ließen ihn die anderen Buben nicht mitkicken. Er sei eher ein Außenseiter gewesen und wurde gemobbt. Sehr berührend und mit offenen Worten beschreibt der Schriftsteller seine traumatische Schulzeit, Misshandlungen von Seiten der Lehrer inklusive. Die Angst vor dem Volksschullehrer machte bereits den Schulweg zur Qual: Oft habe er darüber nachgedacht, vor ein Auto zu laufen.

"Kulturmontag" (21.20 Uhr)

Keine Karten für das Jazz Fest Wien? Kein Problem, denn der "Kulturmontag" begibt sich in die Staatsoper und richtet seine Scheinwerfer, Mikros und Kameras auf den Stimmakrobaten, Klaviervirtuosen und Dirigenten Bobby McFerrin. Der im Jahr 1950 in New York geborene Sänger begeistert mit instrumentaler Stimmführung und außerordentlicher Improvisationsgabe.

Danach dreht sich alles um den 150. Geburtstag von Gustav Klimt am 14. Juli dieses Jahres. Der Künstler wird international als Superstar der Jahrhundertwendekunst wahrgenommen und dennoch verbirgt sich hinter dem kommerziell perfekt vermarkteten Klischee ein mehr oder weniger Unbekannter. Über Klimts Privatleben liegt ein dichter Schleier der Diskretion, den Filmemacher Herbert Eisenschenk aufzudecken versuchte. In seiner Dokumentation begegnet man einem Künstler abseits des "Goldenen Gustavs", einem Künstler der großen revolutionären Gesten, einem Künstler der Zerrissenheit.

Erstmals werden Klimts Deckengemälde im Wiener Burgtheater sowie seine Zwickel- und Intercolumni-Bilder im Kunsthistorischen Museum aus nächster Nähe gezeigt. Einen weiteren Zugang zu seiner Innenwelt bilden Klimts Aktzeichnungen. In den nachgestellten Ateliersszenen schlüpft der Wiener Maler und Bühnenbildner Friedrich Despalmes in die Rolle seines großen Vorgängers und es scheint, als würde man Gustav Klimt leibhaftig begegnen.

Fernsehen wie damals "Best of CLUB 2: Schnee-Menschen" (0.25 Uhr)

Für Nachtschwärmer hat ORF III Kultur und Information ein besonderes Schmankerl aus dem Jahr 1986 auf Lager. In einem "CLUB 2" spricht Diskussionsleiterin Christiane Thurn mit dem Alpinisten Reinhold Messner, mit der seit 1992 am Kangchendzönga verschollenen, polnischen Bergsteigerin Wanda Rutkiewicz, dem Anthropologen Constantin von Barloewen, dem Pionier auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin, Raimund Margreiter, und dem deutschen Skispringer Henry Glaß über den Extrem-Alpinismus zwischen Faszination, Geschäft und Tod.

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