"profil": Dräger-Berater Mensdorff-Pouilly soll in Ungarn Schmiergelder verteilt haben

Ex-Mitarbeiter: "Schmiergelder mit Beraterverträgen zwischen Dräger und MPA Budapest abgedeckt" - Grippemasken: Handelskonzerne Rewe und Spar widerlegen Rauch-Kallats Aussagen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird Alfons Mensdorff-Pouilly im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den deutschen Dräger-Konzern in Ungarn schwer belastet. Mensdorffs ehemaliger Mitarbeiter Christian P. sagte bei einer Einvernahme vor dem Bundeskriminalamt wörtlich aus: "Es war in Ungarn absehbar, dass die dort befindlichen veralteten Geräte und Ausstattungen in den Krankenhäusern erneuert werden müssen. Aus diesem Grund haben wir dieses Projekt in Ungarn entsprechend promotet. Schlussendlich wurde dann die Erneuerung der Narkosegeräte ausgeschrieben. Es handelte sich um einen 24 Millionen Euro-Auftrag. Bereits bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen hat die Fa. Dräger mitgewirkt ... Es war jedenfalls so, dass der damalige Geschäftsführer der Fa. Dräger ... und Hr. Mensdorff versuchten, mich aus dem Projekt hinauszudrängen. Bei unseren Gesprächen wurde ganz offen über die geforderten Schmiergelder gesprochen ... Es wurden allein bei diesem Projekt Schmiergelder in Millionenhöhe in Ungarn bezahlt. Meines Wissens hat man dies mit entsprechenden Beraterverträgen zwischen der Fa. Dräger und der MPA Budapest abgedeckt."
Dräger-Konzernsprecherin Melanie Kamann gegenüber "profil": "Wir nehmen die aktuellen Vorwürfe sehr ernst und werden alles unternehmen, um diese aufzuklären." Mensdorffs Anwalt Harald Schuster: "Die diesen Zahlungen zugrundeliegenden Verträge und Rechnungen liegen der Staatsanwaltschaft vor. Die Aussagen von Herrn P. wurden durch andere Zeugenaussagen widerlegt."

Zwischen 2006 und 2009 zahlte Dräger in Summe 3,146 Millionen Euro Honorare an Mensdorff-Pouillys ungarische Gesellschaft MPA Budapest. Weitere 275.591 Euro überwies Dräger im Jahr 2006 an Mensdorffs Wiener MPA Handelsgesellschaft. In diesem Jahr ließ das von seiner Frau Maria Rauch-Kallat geführte Gesundheitsministerium Millionen Pandemie-Schutzmasken von Dräger nach Österreich liefern.

Wie "profil" weiters berichtet, widerlegen die Handelskonzerne Rewe und Spar Rauch-Kallats Angaben zur Beschaffung der Grippemasken, wonach das Ministerium lediglich Gespräche zwischen Handel und den Lieferanten Dräger und 3M "initiiert" habe. Spar-Sprecherin Nicole Berkmann: "Die Aktion ging damals vom Ministerium aus. Wir als Lebensmittelhändler mussten mitmachen. Rewe-Sprecherin Corinna Trinkler: "Uns wurden nur diese beiden Lieferanten vom Ministerium genannt. Und wir haben nur deshalb mitgemacht, weil das Ministerium zugesagt hat, unverkäufliche Masken zurückzunehmen."

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