- 29.06.2012, 22:48:09
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Tirol: Offizieller Abschied von Superintendentin Luise Müller
Bischof Bünker: "Verbindende Helferin zwischen Leidenschaft und Demut" - Bischof Scheuer: "Hat das sympathische Gesicht der evangelischen Kirche aufleuchten lassen"
Innsbruck (OTS/epdÖ) - In einem Festgottesdienst in der
Innsbrucker Christuskirche ist die Superintendentin der Diözese
Salzburg-Tirol, Luise Müller, am Freitag, 29. Juni, durch Bischof
Michael Bünker von ihrem Leitungsamt entpflichtet worden. Nach 17
Jahren an der Spitze der Diözese tritt Müller mit 31. August in den
Ruhestand.
Beim Festgottesdienst charakterisierte der Bischof die scheidende
Superintendentin als "verbindende Helferin". "Du hast fünf Bischöfe
und fünf Landeshauptleute erlebt", meinte Bünker schmunzelnd, "dich
an wichtigen Veränderungsprojekten beteiligt und unsere Kirche auf
Weltebene vertreten". Die Superintendentin habe sich dabei immer
"zwischen Leidenschaft und Demut" bewegt und stehe für eine "offene
und öffentliche Kirche, die klar Partei nimmt für die Schwachen".
Müller selbst sprach in ihrer Predigt von einem "leidenschaftlichen
Gott, mit dem ich Zeit meines Lebens gute Erfahrungen gemacht habe".
Diesen Gott, "dem die Lebensbedingungen der Menschen nicht egal sind
und der die Schöpfung nicht verkommen lassen will", habe sie immer
wieder in neuen Facetten kennengelernt. Er habe sie gelehrt, "nicht
nur ihn sondern die Menschen zu lieben". Gott sei "kein
Sklaventreiber, keiner der ständig zuflüstert du musst, du sollst".
Daraus entstehe "Gelassenheit beim Scheitern und Dankbarkeit für das
was möglich war".
Im Namen des Landes Tirol dankte Landeshautmann Günther Platter der
Superintendentin und würdigte sie als "engagierte Frau", die sich
stark in der Ökumene und im interreligiösen Dialog eingebracht habe.
Müller habe Gemeinsames betont statt Defizite gesucht und mit ihrem
ausgeprägten diakonischen Schwerpunkt Hilfe für Menschen am Rand
geleistet.
Für die "wertvolle Arbeit und den immensen Einsatz" dankte die
Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Müllers Wirken
sei spürbar gewesen, "in unserer Stadt und weit über die Grenzen der
Evangelischen Kirche hinaus". Landtagspräsident Herwig van Staa
dankte für die "persönlichen Begegnungen durch 17 Jahre" und für die
"wahrhaftige Predigt, dass Sie gesagt haben, was Sie denken und tun,
was Sie sagen".
Der römisch-katholische Diözesanbischof Manfred Steuer betonte
Müllers ökumenische Einstellung. Sie habe "das sympathische Gesicht
der evangelischen Kirche aufleuchten lassen, selbstbewusst
evangelisch aber nie profilierend auf Kosten anderer", so der
römisch-katholische Bischof.
Nach Innsbruck gekommen waren auch fast alle Amtskollegen Müllers.
Für das Miteinander dankte der niederösterreichische Superintendent
Paul Weiland, "weil du immer mit Leidenschaft dabei warst und dennoch
sachlich analysieren konntest, weil du kritisch hinterfragst aber nie
kleinlich aufrechnest, und weil bei aller Arbeit auch das Lachen
nicht zu kurz gekommen ist".
Luise Müller stand der evangelischen Diözese Salzburg-Tirol seit dem
1. September 1995 vor. Ihr Nachfolger an der Spitze der Diözese wurde
bereits im November des Vorjahres gewählt: Der burgenländische
Pfarrer Olivier Dantine übernimmt am 1. September das Leitungsamt.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: 0664 22 395 11
mailto:[email protected]
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