Neues Volksblatt: "Reich?" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 30. Juni 2012

Linz (OTS) - Eine Entlastung des Mittelstandes und Hilfe für die Familien, vor allem für kinderreiche Familien, hat ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter gestern den Anrufern am VOLKSBLATT-Telefon in Aussicht gestellt. Jedenfalls werde sie alles daransetzen, das bei der SPÖ durchzusetzen.
Das wird nicht leicht werden, denn die Ansichten darüber, wo der Mittelstand aufhört und der Reichtum beginnt, sind recht unterschiedlich.
Zugegeben: Wer in Österreich fünf- oder sechstausend Euro verdient, gehört zu den Besserverdienern. Aber ist er deshalb reich? Ist eine Familie mit 5000 bis 6000 Euro Bruttoeinkommen, die voll Steuern zahlt, drei Kinder hat, davon zwei, die studieren, die aus allen Förderungen fällt, wirklich reich? Ist das tatsächlich eine Familie, die der Staat weiter auspressen kann, wie das die SPÖ mit ihrem Vorschlag für eine neue Familien"förderung" plant.
Wenn der SPÖ-Staatssekretär im Finanzministerium meint, mit dem Modell seiner Partei könne bei einem Alleinverdiener mit 6000 Euro und zwei studierenden Kindern "vielleicht ein bissl ein Minus" herauskommen, dann klingt das wie eine Drohung gegen alle, für die Leistung kein Schimpfwort ist und denen Familie und Kinder heilig sind. Und die hoffen, dass auch die Linken einsehen, dass Kinder ein gesellschaftliches Anliegen - und damit förderungswürdig - sind.

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