"Thema" am 2. Juli: Doppelmord in Wien vor Klärung?

Außerdem: Schluss nach Schulschluss - das Ende der Dorfschulen

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in "Thema" am Montag, dem 2. Juli 2012, um 21.05 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Doppelmord in Wien vor Klärung?

Nach dem Mord an einer alten Frau und ihrer Pflegerin in Wien-Meidling ging im Gemeindebau die Angst um. Der Druck auf die Polizei war enorm. Fünf Tage nach der Tat sind zwei Verdächtige in Haft. Doch sie bestreiten, irgendetwas mit dem Doppelmord zu tun zu haben, obwohl die Polizei DNA-Spuren von Andreas B. gefunden hat. Der tätowierte Mann, der sich im Internet präsentiert, ist mehrfach vorbestraft und kennt den Sohn der alten Frau aus seinem Stammbeisl. Von den angeblich 30.000 Euro aus der Wohnung des Opfers fehlt jede Spur. Martina Wolf und Johannes Schubert haben recherchiert.

Schluss nach Schulschluss - das Ende der Dorfschulen

"Unsere Schule ist eine Lebensschule - wenn sie zusperrt, dann wird uns auch ein Stück Heimatkultur genommen", sagt Rainer Grossmann, Elternsprecher im oberösterreichischen Trattenbach. In der kleinen Dorfschule werden 15 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse gemeinsam unterrichtet. Wenn es nach dem Land Oberösterreich geht, soll in Trattenbach Anfang Juli für immer Schulschluss sein. Mehr als 80 weiteren Kleinschulen in Oberösterreich droht das gleiche Schicksal - aus Kostengründen. Für die Legasthenikerin Helena und den lernschwachen Till bricht eine Welt zusammen. In der kleinen Trattenbach-Schule haben sich beide gut entwickelt, in der Regelschule galten sie als Versager. Ein "Thema"-Lokalaugenschein von Gudrun Kampelmüller.

Arm in Österreich

"Ich habe vom Kochunterricht in der Schule ein Packerl Mehl, ein halbes Packerl Zucker und ein paar Teesäckchen nach Hause mitgebracht. Ich denke, das hilft der Mama", sagt der 13-jährige Benjamin. Seine Mutter, Alleinerzieherin von zwei Kindern, arbeitet als Tagesmutter und geht nebenbei noch putzen. Dennoch bleibt am Monatsende nichts übrig. "Drei Monate habe ich Sozialhilfe bezogen", sagt Halida Sofic aus Deutschlandsberg, "da bin ich mir vorgekommen wie eine Bettlerin, das hat mir weh getan." Auch Anita Kirchweger weiß von Monat zu Monat nicht, wie sie Strom, Gas und Miete bezahlen soll. Die 86-jährige Wienerin hat 42 Jahre gearbeitet, zwei Kinder groß gezogen und jahrelang ihre Mutter gepflegt. "Einmal im Monat geh' ich auf einen Kaffee", sagt Anita Kirchweger. Markus Stachl hat arme Menschen besucht, die es in einem reichen Land wie Österreich nicht geben müsste.

Abschiebung - Kinder ohne Väter

Jeremias, vier Jahre alt, fragt täglich nach seinem Vater. Seine Mutter Denise Neubauer ist verzweifelt. Vor wenigen Tagen ist ihr Lebensgefährte Omar Dibba nach Gambia, wo er politisch verfolgt wurde, abgeschoben worden. Sieben Jahre lang hat er in Österreich gelebt. Proteste verschiedener Menschenrechtsorganisationen haben nichts genützt. Ein ähnliches Schicksal droht Familie A. aus Tschetschenien. Melena A. hat Asyl bekommen, ihr Mann Ramzan A. nicht. Vor zwei Jahren wurde ihre Tochter Ajscha geboren. Nach dem Willen der Behörden soll sie ohne Vater aufwachsen. Immer mehr Abschiebefälle, durch die Familien getrennt werden, werden bekannt. Hilfsorganisationen sprechen von einem Verstoß gegen das Menschenrechtsgesetz. Gerhard Tuschla berichtet.

"Thema" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0017