WKÖ-Vize RfW-BO Amann: Hundstorfers "Ausbildungspflicht" ist "Rosstäuscherei, kein Qualifizierungsprogramm!

Jugendliche bis 18 in ÜLAs zu "parken", sei zu wenig! Eine Aus- bildungspflicht mache nur Sinn, wenn die Pflichtschulausbildung besser und die betriebliche Lehre entsprechend gefördert werde.

Wien (OTS) - "Funktioniert die "Ausbildungspflicht" für 15- bis 18-Jährige nach dem Schema der "Ausbildungsgarantie", ist das nur "Rosstäuscherei": Jugendliche würden eben bis 18 in den "Ausbildungskolchosen" der überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) "geparkt", um dann erst recht "auf der Straße zu stehen"", so WKÖ-Vizepräsident RfW-Bundesobmann Fritz Amann zu den in der Tageszeitung "Die Presse" zitierten Plänen von Sozialminister Hundstorfer eine "Ausbildungspflicht" für 15- 18-Jährige einzuführen. "Will man junge Menschen wirklich praxisnah qualifizieren, muss die Pflichtschulausbildung besser und die betriebliche Lehrlingsausbildung entsprechend gefördert werden. Das wäre eine echte Ausbildungs- und Jobgarantie", so Amann. ÜLAs seien maximal soziale Auffangnetze.

Der Grundsatz, dass jeder einen Beruf erlernen solle, sei prinzipiell gut und richtig. Verfrachte man die Jugendlichen dazu aber in ÜLAs, hätten vor allem zwei etwas davon: Der Sozialminister, der seine Arbeitslosenstatistik "aufpeppen" kann und die ÜLA-Betreiber, die gute Geschäfte machen. "Das ist keine Qualifizierungsmaßnahme, das ist "Kinderverstecken", so Amann. Dieses Vorgehen sei auch ein fatales Signal an die Jugendlichen: "Man "gaukelt" ihnen vor, dass sie eine Ausbildung bekommen und dadurch eine Chance am Arbeitsmarkt. Erfüllt sich diese Hoffnung nicht, haben sie nur eines gelernt:
Bildung bringt nichts!", warnt Amann. Im Gegensatz dazu sei die betriebliche Lehrlingsausbildung ein Erste-Klasse-Ticket in den Arbeitsmarkt. "Fast 40 Prozent der Leitungsfunktionen in der Wirtschaft haben Lehrabsolventen inne. Daten der Statistik Austria zeigen, dass fast die Hälfte der Lehrabsolventen innerhalb kürzester Zeit einen Job hat", so Amann.

Die von der Regierung oft zitierte "Ausbildungsgarantie für jeden Jugendlichen" sei leider nur ein teurer politischer Slogan. Rund 230 Millionen Euro habe diese "Mogelpackung" den Steuerzahler 2011 gekostet, pro Person und pro Jahrgang rund 18.000 Euro. Ein betrieblicher Lehrling koste um ein Vielfaches weniger - bei ungleich höherem "Output". "Ein ehrlich gemeintes Qualifizierungsprogramm braucht zwei Dinge: Die Regierung muss gemeinsam mit den Bundesländern und den Sozialpartnern eine Strategie zur besseren Ausbildungsfähigkeit unserer Pflichtschulabgänger erarbeiten. Das Image der Lehre muss an ihren wahren Stellenwert herangeführt werden. Und die Regierung muss endlich anerkennen, dass die Lehrausbildung, die die Betriebe leisten, auch volkswirtschaftlich eine unverzichtbare Leistung ist und diese entsprechend fördern", so Amann.

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