Familienhospizkarenz: AKNÖ fordert bessere finanzielle Absicherung

Haneder: Pflegearbeit ist noch immer sehr ungleich verteilt

Wien (OTS) - Seit zehn Jahren gibt es in Österreich die Möglichkeit der Sterbebegleitung naher Angehöriger bzw. die Begleitung schwerstkranker Kinder. Dies hat die AKNÖ zum Anlass genommen, um Verbesserungen anzuregen. AKNÖ-Präsident Haneder fordert eine bessere finanzielle Absicherung und eine gerechtere Verteilung der Pflegearbeit zwischen den Geschlechtern.

Die sogenannte Familienhospizkarenz ermöglicht ArbeitnehmerInnen seit 1. Juli 2002 für die Sterbebegleitung naher Angehöriger oder für die Pflege schwerstkranker Kinder die Arbeitszeit herabzusetzen bzw. für einen bestimmten Zeitraum freigestellt zu werden. Da für diese Zeit kein Entgelt gezahlt wird, wird in besonderen Härtefällen eine staatliche Geldzuwendung gewährt.

Obwohl die Zahl der Inanspruchnahmen stetig steigt, liegen die aktuellen Zahlen deutlich unter den Erwartungen vor der Einführung. Lediglich 108 Personen in Niederösterreich und 664 in ganz Österreich haben 2011 die Möglichkeit der vollständigen Karenzierung in Anspruch genommen. "Ein häufiges Argument, weshalb die Familienhospizkarenz nicht öfters genutzt wird, ist die unzureichende finanzielle Absicherung derjenigen, die sie beanspruchen", sagt Jutta Maca, Expertin für Arbeitsmarktpolitik der AKNÖ. Deshalb fordert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder eine bessere finanzielle Absicherung während der Karenzierung, z.B. durch den teilweisen Ausgleich des Entgeltverlustes.

Gerechtere Verteilung der Pflegearbeit Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Verteilung der Pflegearbeit noch immer sehr ungleich ist. "Deutlich wird, dass sich am klassischen Bild "familiäre Pflegearbeit ist Frauensache" nur wenig in den letzten 10 Jahren geändert hat", so Jutta Maca. Denn fast drei Viertel aller Freistellungen in Niederösterreich werden von Frauen beansprucht. In Gesamtösterreich liegt der Anteil von Frauen sogar noch höher. Deshalb fordert AKNÖ-Präsident Haneder eine gerechtere Aufteilung der Pflegeleistungen zwischen den Geschlechtern sowie die Anrechnung von Karenzzeiten für dienstzeitabhängige Ansprüche und die Möglichkeit der Freistellung auch für freie Dienstnehmer.

Eine Analyse zur Familienhospizkarenz finden Sie auch auf der Website der AKNÖ:
http://noe.arbeiterkammer.at/broschueren

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Jutta Maca
Arbeiterkammer Niederösterreich
Tel.: 01 58883 1606
E-Mail: jutta.maca@aknoe.at

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