ATV Österreich Trend: Knapp 40 Prozent würden keine der Parlamentsparteien wählen

Meinungsforscher Hajek: "Neue Gruppen wie die Piratenpartei profitieren derzeit nicht davon."

Wien (OTS) - Wenn am Sonntag Nationalratswahl wäre, hieße der Sieger nicht SPÖ, ÖVP oder FPÖ, sondern: "Politikverdrossenheit". Das zeigt der aktuelle "ATV Österreich Trend", eine Meinungsumfrage unter 1000 wahlberechtigten Österreichern, durchgeführt von Meinungsforscher Peter Hajek. Bei der Sonntagsfrage deklarierten sich nur 61 Prozent der Befragten für eine Partei - deutlich weniger als bei früheren Befragungen. Das heißt: knapp 40 Prozent der Befragten würden nicht oder ungültig wählen oder wüssten nicht, welche Partei sie wählen sollten. Hajek: "Hauptgrund für die Politikverdrossenheit ist die laufende Skandalwelle, die durch das Land läuft, und die von einer permanenten Schuldenkrise flankiert wird."

Der einen Leid, der anderen Freud, könnte man meinen. Aber von der Schwäche der Parlamentsparteien können neue politische Gruppierungen wie etwa die Piraten-Partei nicht profitieren, wie der ATV Österreich-Trend ergab: 58 Prozent der Befragten wollen einfach nur, dass die herkömmlichen Parteien besser arbeiten, lediglich 15 Prozent sagen, Österreich braucht eine neue Partei. "Die neuen Gruppierungen haben derzeit wenig Potenzial, weil sie über eine geringe Bekanntheit verfügen und ihre Ziele und Programme noch unklar sind.", erklärt Hajek.

Konkret würden drei Prozent der Befragten die Piraten-Partei "ganz sicher" und neun Prozent "möglicherweise" wählen. Dass die Piraten damit schon mit einem Bein im Nationalrat stehen, bezweifelt Hajek:
"Die Erfahrung zeigt, dass nur die 'ganz sicher'-Wähler eine realistische Stimme sind. Zum Vergleich: Das LIF hatte vor der Wahl 2008 fünf Prozent 'ganz sicher'-Wähler und weitere 20 Prozent wollten 'möglicherweise' ihre Stimme den Liberalen geben. Geschafft haben Sie es trotzdem nicht. Die Chancen der Piraten sind aber intakt." Neben den Piraten wurde im ATV Österreich-Trend auch nach einer Partei gefragt, hinter der Frank Stronach stünde, sowie nach der Initiative "Österreich spricht" und der Online-Partei Österreichs. Einer Stronach-Partei würde ein Prozent der Befragten "ganz sicher" ihre Stimme geben, die anderen beiden Gruppierungen sind einer Mehrheit der Österreicher nicht mal bekannt.

Nur noch 13 Prozent wollen Strache als Kanzler

Verlierer der Sonntags- wie auch der Kanzlerfrage des ATV Österreich-Trends ist die FPÖ. Wären am Sonntag Nationalratswahlen, würden nur noch 25 Prozent der Befragten die Blauen wählen. Sie müssen damit ihren bisherigen zweiten Platz hinter der SPÖ (30 Prozent) mit der ÖVP teilen, die Boden gut machen konnte. Grüne und BZÖ stagnieren bei 12 bzw. fünf Prozent.
Bei der Kanzlerfrage rutscht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sogar auf Platz drei, nur noch 13 Prozent der Befragten würden für ihn stimmen, könnte man den Bundeskanzler direkt wählen. Vizekanzler Michael Spindelegger liegt mit 15 Prozent zum ersten Mal, seitdem er ÖVP-Chef ist, vor Strache. Amtsinhaber Faymann kommt auf 18 Prozent. Der Abwärtstrend der FPÖ hat für Hajek einen Namen: Martin Graf. "Die Stiftungsaffäre rund um Martin Graf belastet natürlich die FPÖ. Sollte sich das in das Wahljahr 2013 hineinziehen, wäre das äußerst unangenehm für die Blauen. Den kleinen Rückschlag zur letzten Umfrage sollte man aber nicht überbewerten. Die Freiheitlich halten trotzdem bei 25 Prozent."

Der "ATV Österreich Trend" ist eine vierteljährliche Meinungsumfrage, bei der 1000 wahlberechtigte Österreicher zu politischen und wirtschaftlichen Themen befragt werden. Die Umfrage wird von Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführt und soll dazu dienen, aktuelle Meinungen erfassen und Trends ablesen zu können. Der "ATV Österreich Trend" wird seit Januar 2009 erstellt.
Näheres dazu in "ATV Aktuell" um 18.30 Uhr bei ATV2 und um 19.20 Uhr bei ATV, bzw. auf http://atv.at/oesterreichtrend
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