Städtebund: Frauen und Kinder als Schwerpunkt im Verkehrsausschuss

Wien (OTS) - Die Mobilität von Frauen bzw. Kindern stand im Mittelpunkt des Verkehrsausschusses des Österreichischen Städtebundes, der Anfang der Woche in Graz getagt hat. Der Verkehrsausschuss des Österreichischen Städtebundes unter der politischen Vorsitzführung vom Linzer Vizebürgermeister Klaus Luger, setzt sich zusammen aus den LeiterInnen der Verkehrplanungsabteilungen der Städte und den zuständigen VerkehrsstadträtInnen. Gastgeberin war diesmal die Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker.

"Mobilitätsplanung ist vor allem eine soziale und oftmals auch eine Geschlechterfrage. Wenn Graz jährlich 35.000 Euro in schulisches Mobilitätsmanagement investiert, so werden damit Kinder zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten erzogen, indem sie lernen, ihre Schul- und Freizeitwege selbständig zurückzulegen. Gleichzeitig werden damit aber auch die Frauen entlastet, die derzeit immer noch 75 Prozent aller Begleitwege übernehmen und sich in der Früh den Kopf darüber zerbrechen müssen, mit welchen Verkehrsmitteln sie und ihre Familie die täglichen Erledigungswege bewältigen", sagte dazu Vizebürgermeisterin Rücker.

Mehr Frauen als Männer nutzen Öffis

Trotz der komplexen Wegeketten und hohen Anforderungen an die Tagesorganisation sind gerade Frauen in Städten mehrheitlich mit Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, während Männer ihren eindimensionalen Hin- und Rückweg von und zur Arbeit mehrheitlich mit dem Auto zurücklegen.

"Mobilitätsbeeinträchtigungen finden nicht nur auf physischem Wege statt - durch nicht abgesenkte Gehsteige, unebene Wege oder schlecht ausgeschilderte Baustellen - oftmals übersteigen die Kosten für eine Jahres- oder Monatskarte das Budget gerade von AlleinerzieherInnen. In Linz wurde deshalb vor vier Jahren für Menschen mit nicht mehr als 1000 Euro Nettoeinkommen das Aktivpass-Ticket zur Benutzung Öffentlicher Verkehrsmittel für monatlich 10 Euro eingeführt. Durch die nunmehr verstärkte Nachfrage ergeben sich für die Stadt keine nennenswerten Mehrkosten", erläutert Vorsitzender Vizebürgermeister Klaus Luger.
Auch Jugendliche müssen künftig - rechtzeitig vor Erlangen des Führerscheinalters - aktiv in die Konzeption von Mobilitätsstrategien einer Stadt mit einbezogen werden. Pilotprojekte belegen das große Interesse der Jugend an Klima- und Umweltfragen - umso mehr, wenn Gelegenheit zur Mitgestaltung geboten wird. "In Vorarlberg ist die verpflichtende Einbindung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Grün- und Spielraumgestaltung bereits erfolgreich gelebte, gesetzlich geregelte Realität", erläutert dazu Vizebürgermeister Martin Ruepp aus Dornbirn.

Der Verkehrsausschuss des Österreichischen Städtebundes beschäftigte sich auch mit den rechtlichen Aspekten: "Es gilt die weniger dominanten VerkehrsteilnehmerInnen zu schützen und ihnen entsprechenden Platz einzuräumen. Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen im Ortsgebiet oder die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht zur Entkopplung schneller und langsamerer RadfahrerInnen sind Forderungen der Städte, um im Kampf um den (Straßen)Raum vermehrt Chancenfairness einkehren zu lassen", so Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger.

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